AFRIKA/ÄGYPTEN - Islamischer Prediger soll wegen Beleidigung von Christen und Juden vor Gericht gestellt werden

Freitag, 12 Mai 2017 ostkirchen   sektierertum   blasphemie   islam  

CoptsToday

Kairo (Fides) – Nach einem jüngsten TV-Auftritt, bei dem er Christen und Juden als in einer exegetischen Auslegung des Koran als “Ungläubige” und deren Lehren als „korrupt“ bezeichnet hatte (vgl. Fides 11/05/2017), weshalb sie sich zum Islam bekehren sollten, wurde gegen den Untersekretär der ägyptischen Verwaltung religiöser Stiftungen (Awqaf), Scheich Salem Abdul Jalil, Anzeige wegen Beleidigung der Religionen erstattet. Zu einem möglichen Prozess könnte es am kommenden 25. Juni kommen.
Unterdessen distanzierte sich auch der Leiter Awqaf, Mohamed Mokhtar Gomaa, von seinem Untersekretär. Bereits am 10. Mai hatte er in einer Verlautbarung wissen lassen, dass Jalil künftig nicht mehr in Moscheen predigen dürfe.
“Bisher”, so der koptisch-katholische Bischof von Minya, Boutros Fahim Awad Hanna “hatte es hier in Ägypten nur Prozesse gegen Christen und Muslime gegeben, die beschuldigt wurden, den Islam beleidigt zu haben. Dies könnte das erste Verfahren zu Lasten eines Muslims sein, der das Christentum und das Judentum beleidigt“.
Unterdessen rechtfertigte Jalil seine Position gegenüber ägyptischen Medien unter anderem, indem er zwar weiterhin betonte, dass Muslime die Lehren der Christen und Juden als korrupt betrachten, sowie auch Christen den Islam für eine korrupte Lehre halten, was jedoch nicht bedeute, das der Islam „die Ermordung und die Diskriminierung der Anhänger anderer Religionen rechtfertige“. Im Telefoninterview mit einem TV-Sender betonte er hingegen, dass unterschiedliche theologische und lehramtliche Meinungen seiner Meinung nach das Zusammenleben der Religionen nicht gefährde. Vielmehr schätze er die koptischen Brüder und bedauere die von ihm bei der Darlegung seiner Argumentation gewählte Ausdrucksform.
(GV) (Fides 12/5/2017).


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