ASIEN/IRAK Chaldäischer Patriarch zur Neuordnung der Provinz Ninive: “Priorität müssen die Rückführung der Flüchtlinge und der Wiederaufbau sein”

Freitag, 5 Mai 2017 ostkirchen  

SaintAdday.com

Bagdad (Fides) – Christliche Politiker aus dem Irak trafen sich mit Vertretern der wichtigsten Institutionen des Landes und unterbreiteten Vorschläge und Forderungen im Hinblick auf eine Neuordnung der nordirakischen Regionen nach der Befreiung vom Islamischen Staat (IS). Insbesondere ging es dabei um die Verwaltung der Ninive-Ebene. Am Mittwoch, den 3. Mai wurde die Delegation, der auch der irakische Parlamentarier Yonadam Kanna (Assyrische Demokratische Bewegung), Romeo Akari (Bethnahrein-Partei) angehörten, von Präsident Fuad Masum und dem Parlamentspräsidenten Salim Abdullah al Jaburi empfangen. Die Vorschläge der christlichen Politiker bezogen sich insbesondere auf Beschlüsse, die vom irakischen Parlament bereits im Jahr 2014 verabschiedet wurden und die administrative Autonomie der Provinz Ninive betreffen, die vorwiegend von Christen bewohnt wird. Die Delegation forderte eine internationale Resolution, die das demokratische Gleichgewicht garantiert und die Einwohner der Provinz vor sektiererischen Übergriffen schützt.
Bei ihrem Besuch in Bagdad wurden die Politiker auch vom chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako empfangen, während einheimische Medien erneut an die Erklärungen der Anführer der so genannten „christlichen Milizen“ erinnerten, die die Delegation nicht als politische Vertretung der Christen im Irak anerkennen.
“In Wirklichkeit”, so der chaldäische Patriarch, “scheint ein Wettbewerb um die politische Vertretung der Christen mit Blick auf die Parlamentswahl 2018 begonnen zu haben. Und was die Zukunft der Ninive-Ebene anbelangt, sollte es Priorität sein, dass die Rückkehr der Flüchtlinge ermöglicht wird und der Wiederaufbau der verwüsteten Städte und Dörfer beginnt. Es scheint mir dies nicht der geeignete Augenblick zu sein, um große Projekte zu schmieden, die zudem nicht wirklich realistisch sind, denn die gegenwärtige Phase ist vor allem von Ungewissheit und Autonomiebestrebungen der Kurden geprägt”.
(GV) (Fides 5/5/2017).


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