ASIEN/INDIEN - Christliches Forum fordert von der Regierung mehr Schutz für Christen

Mittwoch, 3 Mai 2017 religionsfreiheit   religiöse minderheiten   hinduismus   dialog   politik   ortskirchen  

New Delhi (Fides) – Die Sicherheit von christlichen Kultstätten und Personen in Indien muss geschützt werden. Dies betont der Bericht “Minderheiten am Rande: Religionsfreiheit und christliche Gemeinden in Indien”, den ein Netzwerk verschiedener Organisationen der Zivilgesellschaften und Orden beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen vorlegte. Folgende kirchliche Vertreter gehören dem Forum an: Franciscans International, VIVAT International, Orden vom heiligen Joseph, Pax Romana, Gesellschaft für katholische Missionsmedizin und andere.
Der Veröffentlichung des Berichts gingen zahlreiche Beratungen in verschiedenen Teilen des Landes voraus. An der Redaktion waren der katholische Priester und Menchenrechtsaktivist Ajaya Kumar Singh aus Orissa und der katholische Journalist John Dayal beteiligt.
“Die indische Regierung muss den Schutz kirchlicher Gemeinden und Einrichtungen von Übergriffen garantieren und eventuelle Angreifer strafrechtlich verfolgen”, heißt es in dem Bericht, der auch eine „strenge Strafe“ für Hassreden und Aufrufe zur Gewalt gegen Christen fordert.
Statistische Daten zeigten, so der Bericht, dass es in jüngster Vergangenheit im Vergleich zu der Volkszählung 2001 keinen bedeutenden Anstieg beim Anteil der Christen unter der Bevölkerung gegeben habe, wie manche behaupten. Größere christliche Gemeinden gibt es in Meghalaya, Mizoram, Nagaland, Goa, Kerala, Jharkand, Chhattisgarh, Odisha, Andamane Islands und Nicobare Islands. Aber auch in anderen indischen Staaten leben Christen.
Die Christen in Indien gehören verschiedenen christlichen Konfessionen an. Viele Mitglieder eingeborener Stämme ("Adivasi"), die ursprünglich einer Stammesreligion angehörten, sind zum Christentum konvertiert, darunter auch Dalit. Viele wollten damit auch der Unterdrückung und Diskriminierung durch das hinduistische Kastensystem entkommen.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind religiöse Minderheiten im aktuellen politischen Kontext in Indien besonders angreifbar, darunter vor allem christliche Dalit und Frauen. Oft kommt es zu Wiederbekehrungszeremonien, so genannten "Ghar Wapsi" ("Rückkehr nach Hause”, d.h. zum Hinduismus). In vielen Staaten gelten so genannte Anti-Konversions-Gesetze.
Der Bericht enthält abschließend auch eine Reihe von Empfehlungen, mit denen sich der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen befassen soll, um sie eventuell bei der indischen Regierung vorzubringen.
(SD-PA) (Fides 3/5/2017)


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