AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe bitten angesichts der anhaltenden Krise um “mehr Sensibilität für die Not der Menschen”

Montag, 24 April 2017 politik   bischöfe  

Kinshasa (Fides)- Die Ernennung von Bruno Tshibala zum Premierminister der Demokratischen Republik Kongo bezeichnen die kongolesischen Bischöfe als “Verzerrung des Abkommens vom vergangenen Dezember”.
Das Abkommen sah eine gemeinsame Ernennung des Regierungschefs durch die Parteien der Opposition, doch die sind inzwischen untereinander uneinig. Präsiden Joseph Kabila ernannte nun mit Tshibala, einen Kandidaten zum Premierminister, der nur von einem Teil der Opposition unterstützt wird. Diese Ernennung erklärt nach Ansicht der Bischöfe auch das Anhalten der Krise.
Der politische Stillstand könnte dazu führen, dass ein wichtiger Punkt des am 31. Dezember 2016 unterzeichneten Abkommens nicht umgesetzt werden kann: die Veranstaltung von Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzwahlen bis Dezember 2017.
Nicht einigen konnte sich die Opposition auch über die Ernennung des Vorsitzenden des Kontrollausschusses für die Umsetzung des Abkommens: dieses Amt sollte mit dem Vorsitzenden des Oppositionsbündnisses „Le Rassemblement“, Étienne Tshiseke, besetzt werden, der jedoch inzwischen verstarb (vgl. Fides 2/2/2017).
Unterdessen bittet auch Präsident Kabila die Parteien um eine “Beschleunigung der Verhandlungen für die Ernennung eines gemeinsamen Kandidaten für den Vorsitz des Ausschusses” und zieht dabei auch einen Kandidaten in Betracht, der nicht dem Oppositionsbündnis angehört. Die Bischöfe hatten ursprünglich die gemeinsame Ernennung eines Vertreters des “Le Rassemblement” vorgeschlagen, weshalb ihrer Meinung nach “ein Verzicht auf den politischen Kompromiss zwischen den Parteien ebenfalls gegen die Verträge vom vergangenen Dezember verstoßen würde”. Schließlich erinnern die Bischöfe auch daran, dass der Stillstand zu einer Zuspitzung der bereits prekären Wirtschafts- und Sicherheitslage in der Demokratischen Republik Kongo führt und beklagen insbesondere die Situation in der Region Kasai, wo es “in der Erzdiözese Kananga und in den Diözesen Mbujimayi, Luebo und Luiza blutige Ausschreitungen zwischen der Armee und den Milizionären von Kamuina Nsapu” kommt.
Angesichts der anhaltenden Krise appelliert die Kongolesische Bischofskonferenz (CENCO) an alle politischen und sozialen Kräfte des Landes mit der Bitte um “mehr Sensibilität für die Not der Menschen im Kongo”. (L.M.) (Fides 24/4/2017)


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