AMERIKA/PARAGUAY - Ein Toter bei Protesten gegen die Verfassungsänderung

Samstag, 1 April 2017

Asuncion (Fides) – Zahlreiche Bürger nahmen gestern Abend an einer Kundgebung vor dem Kongress in der Paraguayanischen Hauptstadt Asuncion teil, um gegen den so genannten “parlamentarischen Staatstreich” zu protestieren, nachdem eine Verfassungsänderung gebilligt worden war, die der Wiederwahl von Präsident Horacio Cartes den Weg ebnet (vgl. Fides 29/03/2017). Dabei drangen die Demonstranten in das Innere des Kongressgebäudes ein, das sie zum Teil in Brand steckten.
"Wir halten es für angemessen, nicht auf einer Wiederwahl des Präsidenten durch eine Verfassungsänderung zu bestehen”, hatten die Bischöfe im Vorfeld gewarnt, “da dies zu unnötigen Spannungen führen könnte…bei denen es auch zu Gewalt und unvorhersehbaren Folgen kommen könnte“.
Unterdessen soll es bei den Ausschreitungen einen Toten und Dutzende Verletzte unter Politikern, Demonstranten und Polizeibeamten gegeben haben. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.
Noch gestern Abend bat die Bischofskonferenz in einer dringenden Verlautbarung um Ruhe und Frieden: "Wir bitten alle, Behörden und Demonstranten, gewaltlos vorzugehen, damit Demonstrationen nicht zu einem Schlachtfeld werden!". Die Bischöfe wünschen sich von der Regierung „konkrete Gesten“ und Dialogbereitschaft von allen beteiligten Parteien.
Die Verfassung von Paraguay verbietet seit 35 die Wiederwahl des Präsidenten.
(CE) (Fides, 01/04/2017)


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