ASIEN/JEMEN - Gesundheitssystem kurz vor dem Zusammenbruch: alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Dienstag, 28 März 2017

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Sana’a (Fides) – Zwei Jahre nach Beginn des bewaffneten Konflikts im Jemen gehören Kinder weiterhin zu der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe (vgl. Fides 27/3/2017). Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an den Folgen von vermeidbaren Krankheiten, wie Unterernährung, Durchfall oder Atemwegsinfektionen. Außerdem verlieren jeden Tag 144 Kinder das Leben durch Krankheiten, die gut behandelt werden können. Der Konflikt führte zum Zusammenbruch der grundlegenden Dienstleistungen für Kinder. Allein im Gesundheitswesen funktionieren die Hälfte der Einrichtungen nicht mehr, was die medizinische Versorgung einschränkt. Hinzukommt die dramatische wirtschaftliche Lage der Familien: tausende Eltern müssen entscheiden, ob sie sich um ihre kranken Kinder kümmern oder besser die gesunden versorgen. Familien haben oft nicht genug zum Essen, so dass Mahlzeiten ausfallen müssen.
Rund eine halbe Million Kinder sind akut unternährt, 200% als im Jahr 2014 und die Hungersnot droht sich zuzuspitzen. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, nimmt rasch zu. Rund 80% der Familien sind verschuldet und die Hälfte der Menschen leben von weniger als zwei Dollar am Tag. Das Gesundheitssystem des Jemen steht kurz vor dem Zusammenbruch: rund 15 Millionen Männer, Frauen und Kinder haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.
(AP) (Fides 28/3/2017)


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