AMERIKA/GUATEMALA - Bischof Ramazzini: “Bleiben Überweisungen aus den USA aus, wird das verheerende Folgen für Guatemala haben”

Mittwoch, 22 März 2017

Berna (Fides) – Bischof Alvaro Ramazzini Imeri von Huehuetenango in Guatemala nahm an einem vom Netzwerk katholischer Hilfswerke in Europa und Nordamerika (CIDSE) beim Europaparlament in Brüssel veranstalteten runden Tisch teil, der eine Studie zum Thama Handel und Menschenrechte in Lateinamerika auf den Weg bringen soll. Gestern reiste Bischof Ramazzini Imeri nach Bern (Schweiz) weiter, wo er in Guatemala tätiges Hilfswerk besuchte.
Bei diesem Anlass erinnerte der Bischof daran, dass die Lage in Guatemala voraussichtlich zunehmend schwieriger werde und erinnerte auch an die Auswirkungen der vom neuen US-amerikanischen Präsidenten angekündigten Maßnahmen zur Einschränkung der Migration: "Sollte Präsident Trump seine Pläne im Hinblick auf die Zuwanderungspolitik verwirklichen, könnte dies für Guatemala schwerwiegende Folgen haben“, so der Bischof, „Allein 2016 überwiesen in den USA lebende Auswanderer aus Guatemala insgesamt 6.400 Millionen Dollar in die Heimat. Dass es in Guatemala keinen Zusammenbruch gab, dann ist das größtenteils diesen Überweisungen zu verdanken. Sollten diese Überweisungen reduziert, gekürzt oder versteuert werden, dann wir dies katastrophale Folgen haben. Unsere heutige soziale Situation und die in El Salvador, Honduras und Mexiko, könnte Auslöser für neue Konfliktherde sein. Vielleicht bin ich zu pessimistisch, doch die heutigen Zeichen sind nicht gut und ein Zuwanderungsstop wird unvorstellbare Folgen haben".
Gegenüber dem Nachrichtenportal “swissinfo” nannte der Bischof jedoch auch Zeichen der Hoffung. "Unsere Bischofskonferenz wird auch künftig zum Dialog zwischen allen Sektoren der Gesellschaft auffordern. Wir verstehen uns als Brückenbauer für die Verständigung und die Begegnung. Wir stehen stets auf der Seite des Volkes und versuchen jene zur Umkehr zu bewegen, die von Gewalt sprechen. Und dabei handeln wir in Übereinstimmung mit Papst Franziskus und fühlen uns von ihm gestärkt".
(CE) (Fides, 22/03/2017)


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