AFRIKA/KAMERUN - Demonstrationen für die Umsetzung der Zweisprachigkeit sollen durch Internet-Blackout beendet werden

Donnerstag, 9 März 2017 zweisprachigkeit  

Yaoundé (Fides) – Rund 50 Tage dauert der Internet-Blackout der Regierung in Yaoundé für die englischsprachigen Regionen Kameruns (Nordwesten und Südwesten des Landes) nun schon an. Dies bringt für die Einheimischen zahlreiche Unannehmlichkeiten und insbesondere schwerwiegende wirtschaftliche Verluste mit sich.
Die Maßnahme sollte zur Beendigung der Proteste dienen, die seit Mitte November die beiden englischsprachigen Provinzen des Landes (in zehn weiteren Provinzen wird Französisch gesprochen) erschüttern. Demonstranten fordern die konkrete Umsetzung der Zweisprachigkeit, die von der Verfassung garantiert wird. Die anglophonen Einwohner fühlen sich gegenüber der französischsprachigen Mehrheit diskriminiert. Seit November wurden im Zusammenhang mit Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei 100 Personen festgenommen. Angeführt werden die Proteste von Schülern und Lehrern der anglophonen Regionen, die die Bereitstellung von englischsprachigen Lehrern fordern. Auch die Anwälte protestieren gegen die ausschließliche Benutzung der französischen Sprache bei Gericht. Sie fordern sogar die Rückkehr zum British Common Law aus der Zeit der britischen Besatzung.
Auf der Grundlage der Zweisprachigkeit ist Kamerun gleichzeitig Mitglied des britischen Commonwealth und der Organisation Internationale de la Francophonie.
(L.M.) (Fides 9/3/2017)


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