AFRIKA/D. R. KONGO - Bischöfe: “Gewalt in der Provinz Kasai ist das Ergebnis politischer Manipulation”

Montag, 27 Februar 2017

Kinshasa (Fides) - “Seit Juli 2016 nahm der Konflikt zwischen dem Stammeshäuptling Jean-Prince Kamwina-Nsapu Pandi und den Behörden der Provinz Kasai ein tragisches Ausmaß an, das weit über die ursprünglichen Brandherde hinausgeht und viele Gemeinden in der Region betrifft”, so die Versammlung der Bischöfe der Kirchenprovinz Kananga.
Die von den Anhängern des im August von der Polizei ermordeten Kamwina-Nsapu, verübte Gewalt “verursachte den Tod hunderter Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche und zu systematischen Menschenrechtsverstößen sowie der Verwüstung öffentlicher Infrastrukturen“, so die Bischöfe. Kinder und Jugendliche, die die Eltern verloren, „werden dabei instrumentalisiert und als Kämpfer rekrutiert”.
Von der Gewalt bleibt auch die Kirch nicht verschont: “Kirchen, Krankenhäuser, Schulen und Kirchengüter wurden geplündert” (vgl. Fides 24/2/2017).
Die Gründe für die Krise, so die Bischöfe “rühren von einem schlechten Umgang mit traditionellen Stammesstrukturen her, die manipuliert und strapaziert wurden”. Grundlage dafür sind die „Frustration einer ganzen Region, die lange ausgegrenzt wurde und die Jugendarbeitslosigkeit“. Als Reaktion auf die Gewalt folgte Unterdrück durch die Partei “was zum Entstehen einer Widerstandsbewegung unter der Bevölkerung führte, die über das ursprüngliche Problem hinausreicht”, so die Bischöfe.
In diesem Zusammenhang bitten die Bischöfe die Sicherheitskräfte um professionelles Verhalten zu Schutz der Bürger und ihrer Güter; Politiker sollen durch Gesten der Aussöhnung eine harmonische Atmosphäre fördern und dafür sorgen, dass kriminelles Verhalten bestraft wird; Stammeshäuptlinge sollen verhindern, dass Jugendliche den Milizen beitreten.
Die Fastenzeit soll in katholischen Gemeinden im Zeichen des Gebets für den Frieden und der Hilfe für Vertriebene stehen.
(L.M.) (Fides 27/2/2017)


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