AFRIKA/D.R. KONGO - Oppositionsführer Tshisekedi stirbt in einem für die Geschichte des Landes ausschlaggebenden Moment

Donnerstag, 2 Februar 2017 wahlen  

Kinshasa (Fides) – Der historischen kongolesische Oppositionsführer Etienne Tshisekedi der bereits zur Zeit des damaligen Zaire unter Joseph-Désiré Mobutu aktiv war, verstarb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Brüssel. Tshisekedi war Vorsitzender der Union pour la Démocratie et le Progrès social (UDPS) und herausragender Vertreter des Oppositionsbündnisses Le Rassemblement, das sich weigerte die Vereinbarungen mit Präsident Kabila zu unterzeichnen, die die Organisation von Präsidentschaftswahlen erst im Jahr 2018 vorsahen (vgl. Fides 18/10/2016). Nach Protestkundgebungen der Opposition, bei denen der Rücktritt Kabilas nach Ablauf seiner Amtszeit am 20. Dezember 2016 im Mittelpunkt stand, erklärte sich der scheidenden Präsident zu weiteren Verhandlungen bereit, bei denen die katholischen Bischöfe vermittelten und die zur Unterzeichnung eines neuen Abkommens am 31. Dezember 2016 führten (vgl. Fides 3/1/2017). Die neuen Vereinbarungen sehen die Organisation von Parlaments und Präsidentschaftswahlen bis Dezember 2017 vor. Bisher ist die Umsetzung jedoch noch umstritten.
Nun starb Etienne Tshisekedi in einem für die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo ausschlaggebenden Moment. Die Verhandlungen über die Umsetzung der jüngsten Vereinbarungen scheiterten bisher an der Ernennung des Premierministers einer Übergangsregierung, bei dem es sich um einen Oppositionspolitiker handeln soll. Der Tod des wichtigsten Vertreters der Opposition ebnet unter ebnet nun den Weg für andere Kandidaten auber auch für eine mögliche Spaltung in den Reihen der Gegner Kabilas.
(L.M.) (Fides 2/2/2017)


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