ASIEN/NAHER OSTEN - Kontroverse Debatte über das Schicksal der Christen im Nahen Osten

Donnerstag, 26 Januar 2017 mittlerer osten   verfolgung   ostkirchen   geopolitik  

Haroutunian

Beirut (Fides) – Das Schicksal christlicher Gemeinden im Nahen Osten wird weiterhin kontroverser unter anderem auch geopolitischer Debatte. Unter anderem äußern sich dazu Politiker aus Frankreich und Russland. In einem von der libanesischen Tageszeitung L'Orient-Le Jour veröffentlichten Interview äußerte sich der ehemalige französischen Wirtschaftsminister, Emmanuel Macron, der als unabhängiger Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich kandidiert zu der These, dass der Verbleib des syrischen Präsidenten Bashar Assad den christlichen Gemeinden in Syrien “geschuldet“ ist.
Macron bezeichnete dies als “diplomatischen und moralischen Fehler” und bezeichnet Assad als „blutrünstigen Diktator“. “Ich unterstützte die Idee nicht”, so der Kandidat für das französische Präsidentenamt “dass Assad um jeden Preis zurücktreten muss, aber ich bin ihm auch nicht wohl gesinnt”. Frankreich soll nach Ansicht von Macron ha “sichern, dass die Interessen der Christen im Nahen Osten geschützt werden” doch, “dies steht nicht in Verbindung mit Assad”. Damit antwortet er auf Positionen, die von Francois Fillon vertreten wurden, der die Vorwahl der konservativen Partei für das Amt des französischen Präsidenten gewann. Im vergangenen November hatte dieser den Verbleib Assads an der Macht als notwendige Voraussetzung für das Überleben christlicher Gemeinden in Syrien bezeichnet und erklärt, dass bei einer Machtübernahme der Sunniten “für Christen nur noch der Koffer oder der Sarg bleibt”.
Am Mittwoch, den 25. Januar äußerte sich auch der russische Außenminister Sergei Lawrow erneut zur Situation der Christen im Nahen Osten. Beim 25. Kongress über Erziehung der zur Zeit im Kreml tagt, erinnerte der enge Mitarbeiter Putins auf die Sorge über „das grausame Leid“ und „die absichtliche Ausrottung“ der christlichen Gemeinden in der Region“. „Leider”, so Lawrow, “weicht die Europäische Union unter dem Vorwand der politischen Korrektheit der Diskussion über die Probleme der Christen im Nahen Osten aus“.
(GV) (Fides 26/1/2017)


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