AMERIKA/EL SALVADOR - Evangelische Religionsvertreter wollen UN um Vermittlung zwischen Regierung und Banden bitten

Donnerstag, 26 Januar 2017 bewaffnete gruppen   politik   gewalt  

San Salvador (Fides) – Wie der evangelische Bischof Medardo Gomez der Presse mitteilt, wollen die lutherischen und evangelischen Kirchen in El Salvador die Vereinten Nationen um Vermittlung zwischen der Regierung und den im Land aktiven kriminellen Banden bitten, damit ein Friedensprozess auf den Weg gebracht werden kann.
Die evangelischen Gemeinden seien bereits in Kontakt mit Angehörigen der kriminellen Bande “Mara Salvatrucha”: "Die Familien der jungen Bandenmitglieder besuchen unsere Kirchen und gehören zu unseren Gemeinden. Mütter, Frauen und ganze Familien wollen Dialog mit den Banden unterstützen".
Erst vor wenigen Tagen (vgl. Fides 16/01/2017 und 23/01/2017) hatte Bischof Rosa Chavez die Bereitschaft der katholischen Kirche bekräftigt, beim Dialog zwischen den Behörden und den Banden zu vermitteln, sollte der ausdrückliche Wunsch bestehen und die notwengigen Voraussetzungen geschaffen werden. Unterdessen lehnen die Regierungsbehörden bisher den Dialog mit kriminellen Banden ab. Nach Ansicht des Polizeichefs Howard Cotto verfolgen die Banden damit eine Strategie: “die kriminellen Banden wollen als Opfer betrachtet werden, während sie in Wirklichkeit die Mandanten sind".
Ähnlich äußerte sich auch der stellvertretende Präsident Oscar Ortiz: "Die Regierung verhandelt nicht mit Banden. Das Land hat nur einen Vorschlag für diejenigen, die versuchen Menschen einzuschüchtern oder zu erpressen: sie müssen auf die Gewalt verzichten. Einen anderen Weg gibt es nicht und der Staat wird alle notwendigen Maßnahmen umsetzen, um diesen Kampf um jeden Preis zu gewinnen”.
(CE) (Fides, 26/01/2017)


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