AFRIKA/GAMBIA - Nach dem Einmarsch der Nachbarländer kündigt Jammeh den Rückrtitt an

Samstag, 21 Januar 2017 politik  

Banjul (Fides) - “Ich möchte kein Blutvergießen”, betonte der scheidende gambische Präsident Yahya Jammeh am gestrigen 20. Januar im Fernsehen. Dabei versprach er, dass er heute vom Amt zurücktreten werde, nachdem der am 1. Dezember 2016 gewählte Präsident Adama Barrow (vgl. Fides 5/12/2016) in Senegal vereidigt wurde. Nach der Vereidigung hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Genehmigung für den Einmarsch der Truppen der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikas (CEDEAO/ECOWAS) in Gambia genehmigt, wo sie sollte es sich als notwendig erweisen, Jammeh auch mit Gewalt stürzen sollten.
Gestern waren die Präsidenten von Guinea, Alpha Conde, und Mauretanien, Mohamed Ould Abdel Aziz, nach Banjul gereist, um Jammeh zu einem friedlichen Verzicht auf das Amt zu bewegen.
Jammeh soll im Tausch gegen einen friedlichen Machtwechsel Garantien für die Zukunft erhalten haben sollen. Anfangs hatte der ehemalige Präsident den Sieg seines Widersachers Barrow anerkannt und einen Rücktritt am 20. Januar versprochen. Nachdem Menschenrechtsaktivisten eine Anklage wegen Verbrechen während seiner 22jährigen Amtszeit gefordert hatten, behauptete Jammeh es sei bei der Wahl zu Betrug und Unregelmäßigkeiten gekommen. Am vergangenen 18. Januar hatte das gambische Parlament einer Verlängerung der Amtszeit um drei Monate zugestimmt, während dieser für diese Zeit den Notstand ausrief.
Doch nun die Kursänderung: in Erwartung, das Jammeh sein Versprechen hält, ist die Situation in der gambischen Hauptstadt ruhig.
(L.M.) (Fides 21/1/2017)



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