AFRIKA/NIGERIA - Erzbischof von Kaduna: “Wir brauchen Farmen, damit die Gewalt der Nomaden endet“

Dienstag, 17 Januar 2017 gewalt   bewaffnete gruppen   bischöfe  

Abuja (Fides) - “Die ständigen Konflikte zwischen Bauern und Hirten zeigen deutlich, dass das traditionelle System der Viehhaltung und Bodennutzung mit so genannten Weide-Reservaten veraltet und heute nicht mehr tragbar ist. Deshalb wäre es dringend notwendig, das Landbesitzer ihre Grundstücke an Hirten vermieten, damit diese dort Viehzucht betreiben können“, so Erzbischof Mathew Man'Oso Ndagoso von Kaduna in seiner Predigt zum 100jährigen Gründungsjubiläum der Diözese Shendam. Im Rahmen des Festgottesdienstes wurde auch Philip Davou Dung zum Bischof geweiht und in das Amt eingeführt.
In der Region Kaduna kommt es seit Monaten zu Konflikten mit den Fulani-Hirten auf der Suche nach neuem Weideland, die immer wieder Übergriffe auf die sesshafte Bevölkerung verüben (vgl. Fides 21/6/2016).
Erzbischof Ndagoso versucht damit den Ursprung der Ausschreitungen zwischen Bauern und Hirten zu erklären und macht Lösungsvorschläge. “Wir fordern alle Beteiligten auf, sich um die Voraussetzung für die Entstehung von Farmen zu schaffen, um die sich die Regierung, die Gemeinden und Einzelpersonen bemühen sollten, damit der Gewalt, die den sozialen Zusammenhalt in unserem Land bedroht, entgegenzuwirken“, so der Erzbischof.
In diesem Zusammenhang erinnert Erzbischof Ndagoso auch an die gemeinsame Erklärung der katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Kaduna (vgl. Fides 9/9/2016): "Wenn wir in die Zukunft blicken, müssen wir verstehen, dass die Debatte über die Viehhirten eine Debatte über die Zukunft des Überlebens der Menschen und der Natur in unserem Land ist. Wir müssen das Nomadentum der Viehhirten beenden vor allem in anbetracht der Gewalt, die dies unter der Bevölkerung verursacht. Ganze Gemeinden wurden bereits zerstört und die Wut ist im ganzen Land spürbar. Wir sind überzeugt, dass der einzige Weg, den die Regierung verfolgen sollte, die Beendigung der Wanderungen der Viehhirten und ihrer Herden ist, indem man nach Optionen sucht, die die Entstehung von Farmen anstelle der Reservate begünstigen. Wir sind der Ansicht, dass die Gründung von Farmen sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter humanen Aspekten sinnvoll ist”.
(L.M.) (Fides 17/1/2017)


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