AMERIKA/BRASILIEN - Koordinator der Gefängnispastoral bezeichnet Haftbedingungen als Zeibombe

Montag, 9 Januar 2017 menschenrechte   häftlinge   gewalt  

Manaus (Fides) – "Wenn wir von Gefängnissen sprechen, dann sprechen wir von Folterfabriken, in denen Gewalt produziert und Monster hervorgebracht werden“, so Pfarrer Valdir João Silveira, der die Gefängnispastoral der Brasilianischen Bischofskonferenz koordiniert. Am 4. Januar war es in der Vollzugsanstalt Anísio Jobim (Compaj) in Manaus zu einem Aufstand gekommen, bei dem nach offiziellen Angaben 56 Menschen starben. Unterdessen beklagen viele Angehörige und Einrichtungen, die Gefangene in diesem und anderen Gefängnissen betreuten, die Haftbedingungen.
"Wir stoßen auf verletzte Menschen, überfüllte Zellen und schlechte Verpflegung. Was in Compaj passiert ist geschieht auch an vielen andern Orten in Brasilien, in Rio Grande do Norte, in Rondonia und Parana... Dies ist eine Zeitbombe, die jederzeit explodieren könnte”, so Pfarrer Valdir João Silveira gegenüber Journalisten.
Nach Aussage des Priesters kommt es in verschiedenen Teilen des Landes immer wieder zu Unruhen, während die Presse nur von den größten berichtet. Deshalb fordert der geistliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lage, darunter Rechtsbesitand für Gefangene zur Verkürzung der Wartezeit auf einen Prozesse. Viele Häftlinge, die noch auf einen Prozess warten, befinden sich zusammen mit bereits verurteilten Gefangnenen in einer Zelle.
Unterdessen soll die Regierung in drei Brasilianische Staaten (Amazonas, Rondonia e Mato Grosso) Soldaten entshandt haben, die dort gegen Aufstände in den Gefängnissen vorbeugen sollen. Am 6. Januar waren bei einem weiteren Aufstand in Monte Cristo a Boa Vista (Roraima) 33 Gefangene gestorben.
(CE) (Fides, 09/01/2017)


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