ASIEN/INDONESIEN - Gouverneur von Jakarta muss sich am 13. Dezember vor Gericht verantworten

Mittwoch, 7 Dezember 2016 blasphemie   politik   politischer islam   islam   gerechtigkeit   frieden   wahlen  

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Jakarta (Fides) – Der christliche Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama (“Ahok”) wird sich am kommenden 13. Dezember von einem Distrikt Gericht Nord Jakarta im Zusammenhang mit angeblicher Blasphemie verantworten müssen. Wie das Gericht mitteilt, werden vier Richter unter Vorsitz Dwiarso Budi Santiarto die Verhandlung führen. Insgesamt 13 hochrangige Beamte ermitteln im Auftrag der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Fall.
Im Vorfeld des Prozesses war es zu zahlreichen Demonstrationen im ganzen Land gekommen: am vergangenen 4. Dezember forderten Islamisten die Festnahme und Verurteilung des Gouverneurs. Während am 30. November Millionen Indonesier im ganzen Land bei friedlichen Kundgebungen unter dem Motto “Gebet für Einheit” für Frieden und Toleranz eintraten.
Am Freitag, den 2. Dezember von in einem zentralen park in Jakarta ein muslimisches Gebetstreffen statt, bei der die Teilnehmer erneut die Festnahme des Gouverneurs forderten. Während zahlreiche Muslime und Christen immer wieder an die Notwendigkeit der Achtung der Demokratie und der „Prinzipien der Pancasila” erinnerten.
Ahok wird Blasphemie vorgeworfen, weil er in einer Rede im vergangenen September, in der er seine erneute Kandidatur ankündigte, aus einer Sured des Koran zitierter und betonte, dass jeder indonesische Bürger das Recht habe, ihn zu wählen, während muslimische Religionsvertreter die Ansicht vertreten, dass nur ein Muslim über andere Muslime regieren darf.
Beobachter sehen das Land gespalten zwischen einer Reformbewegung unter Leitung von Präsident Joko Widodo und Ahok und der Opposition des ehemaligen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono, die mit islamistischen Theorien gegen Reformen argumentiert.
(PA) (Fides 07/12/2016)


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