ASIEN/PAKISTAN - Hinduistische Minderheiten werden diskriminiert und bedroht

Montag, 7 November 2016 religiöse minderheiten   religionsfreiheit   hinduismus   islam   blasphemie   zivilgesellschaft  

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Karachi (Fides) – Die hinduistischen Bürger Pakistans leiden unter Diskriminierung und Gewalt. Dies beklagt der hinduistische Menschenrechtskämpfer Ashok Kumar Jay, der daran erinnert, dass die "Gewalt aus religiösen Gründen zunimmt”, wobei er auf Zwangsbekehrungen, Morde, Erpressung, Plünderungen und Missbrauch hinweist.
Unterdessen betonte der Minister für Menschenrechte Kamran Michael in den vergangenen Tagen in Karachi, dass die Regierung “den Schutz der Rechte der religiösen Minderheiten garantieren” werde.
In einer Verlautbarung erinnern hinduistische Gemeinden daran, dass zwei junge Hindus wegen angeblicher Blasphemie im Juli in der Provinz Sindh von aufgebrachten Muslimen angegriffen wurden, wobei der 17jährige Kumar Satish Dewan, seinen Verletzungen erlag und sein Freund Avinash sich weiterhin in einem kritischen Zustand befindet.
In Pakistan leben rund 2 Millionen Hindus. Viele sehen sich nach Angaben der Aktivisten gezwungen eine Art “Schutzgeld” an kriminelle Banden zu zahlen. Oft haben sie keinen Zugang zu qualifizierten Arbeitsplätzen und für unternehmerische Aktivitäten brauchen Hindus einen muslimischen Geschäftspartner.
In der Vergangenheit wurden viele hinduistische Tempel verwüstet oder konfisziert und in staatliche Büros verwandelt. Immer wieder kommt es auch zu Episoden des “land grabbing” zu Lasten hinduistischer Landbesitzer und falschen Blasphemie-Vorwürfen.
Bei der Trennung Pakistans von Indien im Jahr 1947 machte die hinduistische Bevölkerung im Land zwischen 15 und 24 Prozent aus. Heute sind es noch 1,6%.
(PA) (Fides 7/11/2016)


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