ASIEN/IRAK - Christliche Religionsführer und Politiker wollen Prozess der Aussöhnung begleiten: „Einheit ist unsere Stärke”

Freitag, 4 November 2016 kriege   sektierertum   ostkirchen   Ökumene  

SaintAdday.com

Erbil (Fides) – Angesichts der aktuellen schwierigen Lage im Irak und der ungewissen Perspektiven nach der Befreiung Mossuls vom so genannten Islamischen Staat sollen Christen sich aktiv für die Einheit einsetzen und dies nicht nur, um die eigenen Erfordernisse als Komponente der Gesellschaft zu schützen, sondern um die Aussöhnung zu fördern und zu verhindern, dass die Gebiete, die derzeit noch vom Islamischen Staat gehalten werden, künftig der sektiererischen Spaltung zum Opfer fallen. Dies wünschen sich die Oberhäupter der christilichen Kirchen in der Region, aber auch zahlreiche christliche Politiker und Abgeordnete des irakischen Parlaments und des Parlaments der autonomen Provinz Kurdistan, die am gestrigen 3. November in Ankawa (Erbil) zusammen gekommen waren, um über die Zukunft des Landes nach der Befreiung Mossuls zu beraten.
An dem Treffen nahmen unter anderen der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako, der assyrische Patriarch Gewargis III. Sliwa und der syrisch-orthodoxe Patriarch Nicodemus Daoud Matti Sharaf teil. Es sei wichtig, heißt es in einer Verlautbarung, dass die Christen den an sie gestellten Erwartungen entsprächen und angesichts der aktuellen Probleme eine einheitliche Haltung annehmen.
Auf der Tagesordnung stand auch das einheitliche soziale und politische Engagement der christlichen Gemeinschaften unter Bewahrung der jeweiligen Identität der einzelnen Gruppen. Dabei erinnern die Religionsvertreter daran, dass „die Einheit unsere Stärke ist“. Aus diesem Grund müsse man auch auf provokatorische und kirtische Äußerungen gegenüber den Medien verzichten. Die Delegierten erinnerten in diesem Zusammenhang auch daran, dass man sich eventuell auch mit rechtlichen Mitteln gegen eine Änderung der demokraphischen Zusammensetzung in den befreiten Gebieten wehren müsse, damit die Rückkehr der Vertriebenen ermöglicht wird und die verschiedenen ethnischen und religiösen Komponenten im Rahmen der von der Verfassung vorgesehenen Möglichkeiten eine aktive Rolle in der Politik und der Verwaltung der befreiten Gebiete übernehmen können. Der Prozess der Aussöhnung soll eventuell auch durch die Bereitstellung von christlichen Beratern in Fragen der Politik, der Wirtschaft und sozialer Dynamiken bei den Institutionen begleitet werden.
(GV) (Fides 4/11/2016).


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