ASIEN/MYANMAR - Armee bittet ethnische Minderheiten um Waffenruhe

Montag, 17 Oktober 2016 menschenrechte   ethnische minderheiten   religiöse minderheiten   gewalt   kriege  

Naypyitaw (Fides) – Mit der eindringlichen Aufforderung zur Waffenruhe im ganzen Land im Vorfeld politischer Gespräche, wandte sich der birmanische General Min Aung Hlaing am ersten Jahrestag der Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit acht Rebellen-Armeen an die ethnischen Minderheiten des Landes. Wie Beobachter berichten, wandte sich der General damit insbesondere an Kachin und Wa, die solche Friedensverhandlungen noch nicht unterzeichnet haben: Ich lade alle Gruppen ein, sich mit Blick auf die künftigen Generationen der Waffenruhe anzuschließen".
Die birmanische Regierungspartei “Nationale Liga für Demokratie” bezeichnet den Friedensprozess unterdessen als “absolute Priorität”. Man dürfe deshalb "keine weitere Zeit verlieren”, so der General, und müsse “das gegenseitige Vertrauen” zwischen Rebellen und Armee im Rahmen der Verhandlungen wiederherstellen. "Wenn man die eigenen Rechte mit Waffen durchsetzt, dann ist das das Gegenteil von Demokratie und schadet dem Friedensprozess”.
Anfang September tagte in Naypyitaw die Konferenz der birmanischen Minderheiten. Dabei wurde zunächst zwar keine Waffenruhe beschlossen, doch man will sich in den kommenden sechs Monaten auf eine "road map” für den Friedensprozess einigen. Unterdessen fordern Kirchen und Menschenrechtsorganisationen, die sich für die Anliegen der indigenen Völker einsetzen auch die Armee dazu auf, auf neue militärische Offensiven in den Konfliktgebieten zu verzichten.
(PA) (Fides 17/10/2016)


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