ASIEN/PAKISTAN - Bischof Travas: “Gemeinschaft und Dialog in der von radikalislamischen Strömungen geprägten Provinz Punjab“

Montag, 3 Oktober 2016 terrorismus   gewalt   ortskirchen   dialog   religiöse minderheiten  

Caritas multan

Multan (Fides) – “Die kleine katholische Gemeinde im Süden der Provinz Punjab setzt sich für den Dialog in einer Gesellschaft ein, in der der Einfluss radikalislamischer Gruppen zunimmt”, so Bischof Benny Travas, der seit 2015 die Diözese Multan mit rund 80.000 Katholiken leitet, die von 14 Weltpriestern und 20 Ordenspriestern betreut werden.
Insbesondere in der Stadt Yar Khan “ist die Sicherheitslage kritisch, da extremistische Gruppen ihre Basislager im Südsudan aufgeschlagen und dort Koranschulen eröffnet haben, die eine Ideologie des Hasses verbreiten“. In der Provinz sind verschiedene radikalislamische Gruppen aktiv: Sipah-e-Sahaba Pakistan (SSP), Lashkar-e-Jhangvi (LeJ) and Jaish-e-Mohammad (JeM) gehören dazu.
Angesichts der bekannten Risiken brachte die Provinzregierung besonders Sicherheitsmaßnahmen für christliche Kirchen und Schulen auf den Weg, die als besonders gefährdete Einrichtungen gelten. “Für alle Kirchen, Schulen und Kapellen ist eine Umzäunung vorgesehen, die mit Videokameras, Wachtüren und Wachposten ausgestattet ist”, so der Bischof, “wobei wir für die Kosten oft selbst aufkommen müssen. Für die Kathedrale haben wir eine solche Umzäunung gebaut, doch es ist schwierig, dies für jede Kapelle zu gewährleisten: dafür sind die Kosten einfach zu hoch. Die Menschen helfen und zwar, doch wir können uns zum Beispiel das Gehalt für einen fest angestellten Wachposten nicht leisten. Wenn uns dies nicht gelingt, ist die Schließung oft die einzige Alternative”. In Rahim Yar Khan, so Bischof Travas weiter “wurde ein protestantische Pastor festgenommen, weil er gegen diese Bestimmungen verstoßen hat und musste seinen Gebetssaal schließen, weil er sich nicht an die Vorschriften der Regierung gehalten hat.”
Angesichts der Gefahr, „sind alle ausländischen Missionare in andere Teile des Landes umgezogen, da sie ihre pastoralen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen konnten, weil dafür eine bewaffnete Eskorte vorgesehen ist. Für einen Priester oder eine Schwestern, die Kranke und Familien besuchen, ist das sehr schwierig und sie leiden darunter“, so der Bischof.
Die Diözese engagiert sich aktiv im Bildungs- und Gesundheitswesen, wie zum Beispiel mit der Einrichtung “Umeed Gah” (“Ort der Hoffnung”) in Multan: “Dies ist ein Heim für die Pflege und die Rehabilitation von Kindern mit einer Behinderung, dass von Eltern aller Religionen genutzt wird und deren Kinder hier große Fortschritte machen: viele lernen hier das Gehen”. “Die muslimischen Familien sind glücklich darüber”, so der Bischof, “und so entstehen gute Beziehungen im Alltag auf der Grundlage der Dankbarkeit. Unser Weg ist die Verkündigung des Evangeliums durch Werke mehr als durch Worte. Der Pastoralplan der Diözese entspricht meinen Bischofsspruch und lautet: “Gemeinschaft aufbauen”, und zwar mit allen in einer Diözese, die vor allem aus kleinen Dörfern in ländlichen Gebieten besteht, wo viele Bauern wohnen”.
(PA) (Fides 3/10/2016)





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