ASIEN/INDIEN - Bildungspolitik: Religiöse Minderheiten fordern Inklusion und Qualität

Freitag, 30 September 2016 bildungswesen   politik   religiöse minderheiten   religionsfreiheit   säkularisierung  

New Delhi (Fides) – Religiöse Minderheiten in Indien, insbesondere Christen und Muslime, bitten die Regierung darum, die Bildung nicht religiöse zu prägen: es soll nicht nur den kulturellen, religiösen und linguistischen Traditionen der Hindus besonderes Augenmerk gewidmet sondern auch der Beitrag von Minderheiten zur Entstehung des indischen Bildungssystems berücksichtigt werden. Außerdem solle es Bildungsangebote auch für arme Bevölkerungsgruppen, Dalit, Frauen und tribale Völker geben. Diese Forderungen wurden am vergangenen 29. September von einer Delegation der muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaft bei einem Gespräch mit dem Minister für die Förderung menschlicher Ressourcen (HRD), Prakash Javadekar, vorgetragen. Der Delegation gehörten unter anderem der Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz und andere Bischöfe sowie muslimische Gelehrte an, die gemeinsam ihre Sorge im Hinblick auf die neue Bildungspolitik zum Ausdruck brachten.
Bischof Mascarenhas wünschte sich im Namen der Kirche “eine Beteiligung an der Entwicklung der neuen Bildungspolitik” auf der Grundlage des in der Verfassung garantierten Prinzips der Gleichberechtigung.
Die Bildungspolitik, so die Kirchenführer “sollte auch private Bildungseinrichtungen fördern, damit Autonomie und Freiheit garantiert werden”.
“Es ist notwendig, dass die Rolle der religiösen Minderheiten im indischen Bildungssystem anerkannt wird”, heißt es in einer Verlautbarung zu dem Treffen, “Die Schulen der Minderheiten spielen seit jeher eine ausschlaggebende Rolle, wenn es darum geht benachteiligte Bevölkerungsteile zu erreichen”. Es sei kein Zufall, „dass Maulana Azad, der erste Bildungsminister und Rajendra Prasad, der erste Präsident islamische Schulen besucht haben. Gleichsam wurden 9 der 15 Premierminister und 11 der 13 Präsidenten an christlichen Schulen ausgebildet wurden”. Die Delegation forderte abschließend ein Bildungssystem auf der Grundlage der Prinzipien der Inklusion und der Qualität. Der Regierungsvertreter versprach, dass man sich an diese Prinzipien halten werde.
(PA-SD) (Fides 30/9/2016)


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