ASIEN/THAILAND - Katholische Kirche bereitet sich mit Blick auf die neue Verfassung auf den Missionsmonat Oktober vor

Dienstag, 27 September 2016 zivilgesellschaft   politik   religiöse minderheiten   armee   ortskirchen   missionarische Öffentlichkeitsarbeit  

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Bangkok (Fides) - "In dieser Phase unter der Militärregierung beklagen die Bürger und insbesondere die jungen Menschen das Fehlen von Freiheit und Pluralismus: es darf keine Kritk an der Regierung geübt werden. Doch bei unseren pastoralen Aktivitäten werden wir nicht gestört und sie müssen auch nicht geändert werden”, so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Thailand, Pfarrer Peter Watchasin mit Blick auf die Vorbereitung auf den bevorstehenden „Sonntag der Weltmission“.
Nach Ansicht von Beobachtern könnte die im vergangenen Monat verabschiedete neue thailändische Verfassung das religiöse Zusammenleben im Land beeinträchtigen, da sie eine Bestimmung enthält, die die staatliche Förderung des Theravada-Buddhismus vorsieht. Anlass zur Sorge ist insbesondere auch für die christliche und muslimische Glaubensgemeinschaft die Umsetzung des Konzepts der „Blasphemie“.
Die neue Verfassung sieht unter Artikel 67 vor, dass "der Staat Maßnahmen und Mechanismen festlegt, die der Beleidigung des Buddhismus vorbeugen”. Alles was als „Bedrohung“ und „Beleidigung“ gegenüber dem Buddhismus ausgelgt werden könnte, kann demnach ein Eingreifen oder eine Unterdrückung seitens des Staates rechtfertigen.
Um mögliche aus einer einschränkenden Auslegung resultierende Probleme dieses Artikels zu verhindern, bekräftigte der Premierminister Chan-o-cha Prayut, in einem Beschluss vom 22. August, dass der Staat "alle anerkannten Religionen schützt” und alle Religionen unterstützt “die zur Entwicklung des Landes beitragen” ohne gegen die Gesetze und die Prinzipien der nationalen Einheit zu verstoßen.
In einem solchen Kontext “befasst sich die katholische Glaubengemeinschaft nicht mit politischen Fragen”, so Pfarrer Watchasin abschließend, “sondern sie tut einfach ihre Arbeit: wir bereiten uns auf den Missionsmonat Oktober vor, nachdem wir als Kirche im Jahr 2015 eine Sondersynode gefeiert haben. Im Licht dieser Versammlung befinden wir uns als Katholiken auf der Scuhe nach neuen Wegen für die Verkündigung des Evangeliums im Land und dessen Umsetzung in der Gesellschaft, in der Wirtschaft und in der Politik, damit wir zum Wohl des Landes beitragen".
(PA) (Fides 27/9/2016)


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