AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Regierung und Opposition schieben sich gegenseitig Schuld für Ausschreitungen zu

Freitag, 23 September 2016 politik  

Kinshasa (Fides) – Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage findet nun eine polemische Debatte über die Verantwortlichkeit im Hinblick auf die Unruhen in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, statt (vgl. Fides 19-20-21-22/9/2016). Die Regierungspartei des Präsidenten Joseph Kabila beschuldigt das Oppositionsbündnis “Le Rassemblement”, das den Kandidaten Étienne Tshisekedi unterstützt und zu Protestkundgebungen eingeladen hatte. Damit habe man eine “aufständische Bewegung” auf den Weg gebracht und Unruhen in Betracht gezogen. Die Opposition schiebt hingegen die Schuld der Regierung zu.
Die Regierung in Kinshasa dementiert unterdessen auch den Vorwurf des französischen Präsidenten François Hollande, der ebenfalls die Regierung für die Gewalt verantwortlich macht und die Schätzungen des UN-Menschenrechtshochkommissars, der die Zahl der Toten mit 50 beziffert. Die kongolesischen Behörden hingegen sprechen von 32 Toten (vgl. Fides 22/9/2016), während die Opposition die Zahl der Opfer auf bis zu einhundert schätzt.
Nach der Rückkehr der Ruhe in der Hauptstadt kommt es nun zu Uneinigkeiten über die Beisetzung der Opfer. Die oppositionelle UDPS des Kandidaten Tshisekedi kündigte für den kommenden 26. September einen Tag der Staatstrauer und einen Totenzug an, an dessen Spitze Tshisekedi den Opfern die letzte Ehre erweisen will.
Unterdessen verurteilen nach der katholischen Kirche (vgl. Fides 21/9/2016) auch die protestantischen Kirchen die Gewalt: „Die Vertreter der religiösen Konfessionen verurteilen die Gewalt, die Schmerz in unsren Familien verursacht hat und den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in unserem Land gefährden“, so Bischof Marini Bodo, Vorsitzender der “Christuskirche” im Kongo, der verschiedene protestantische Konfessionen angehören. (L.M.) (Fides 23/9/2016)


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