ASIEN/INDIEN - Gewalt gegen Dalit nimmt zu: “Die Kirche tut mehr für die Entwicklung der Dalit, als die Regierung”.

Donnerstag, 22 September 2016 gewalt   gerechtigkeit   frieden   dalit   diskriminierung   menschenrechte   religiöse minderheiten   entwicklung  

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New Delhi (Fides) – Die Gewalt gegen Dalit (auch “Kastenlose” oder “Unberührbare” genannt) hat in den vergangenen Jahren zugenommen: dies bestätigen die Daten des “National Crime Record Board (NCRB)”, die in den vergangenen Tagen bei einem von dem Dalit-Netzwerk “Bharatiya Khet Mazdoor Union Federation” (BKMUF) organisierten Zusammenkunft vorgestellt wurde. An dem Treffen nahmen rund 7000 Dalit aus ganz Indien teil.
“Diese Daten sind besorgniserregend: seit Baratiya Janata Party des Premierministers Narendra Modi an der Regierung ist haben gewaltsame Episoden gegen Dalit zugenommen”, so der Jesuitenpater A. Xavier John Bosco, Leiter des Jesuit Social Centre mit Sitz in Secunderabad (Andhra Pradesh), der an der Präsentation als Redner teilnahm. “Wir müssen dringend eine massive Aufklärungskampagne im ganzen Land über die schwierige Lage der Dalit auf den Weg bringen”, so Pater Bosco.
“Die Kirche hat Dalit und tribalen Völkern stets ein besonders Augenmerk gewidmet und was die Kirche für die Dalit im Bereich der Bildung, der Sozialhilfe, der Entwicklung und der Förderung getan hat, das hat nicht einmal der Staat getan“, so der Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz, Bischof Theodore Mascarenhas, in einem Kommentar für Fides, „Es gibt eine eigens dafür geschaffene bischöfliche Kommission, die sich mit ihrer sozialen Förderung und der Bekämpfung von Diskriminierung befasst. Gewiss, wir sehen uns mit einer weit verbreiteten Mentalität konfrontiert, die diese Bevölkerungsgruppe diskriminiert. Außerdem fordern wir, dass die christlichen Dalit die durch einen Beschluss des Präsidenten von 1950 zusätzlich benachteiligt werden, dieselben Rechte haben wie nichtchristliche Dalit”.
Wie aus den nun veröffentlichten Daten hervorgeht, kam es im Jahr 2015 zu Fällen krimineller Gewalt gegen Dalit, darunter auch Mord und Vergewaltigung, vor allem in den Staaten Gujarat (6.655 Fälle), Chhattisgarh (3.008 Fälle) und Rajasthan (7.144 Fälle).
Dalit werden oft Opfer willkürlicher und illegaler Enteignung von Ackerland. Wie aus einer sozialen und wirtschaftlichen Erhebung des Jahres 2011 hervorgeht, sind fast 73% der Dalit-Familien in ländlichen Gebieten davon betroffen. Rund 45% der Dalit-Familien haben keinen Landbesitz oder müssen auf einen wichtigen Teil ihres Lebensunterhalts verzichten. Diese Ungleichheit führt zu Armut, Unterernährung, Gesundheitsproblemen, Analphabetismus und rückständiger Entwicklung.
Im Rahmen der Veranstaltung in Delhi baten die Teilnehmer die Regierung um wirkungsvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Dalit in Indien. Außerdem wurde ein Verbot gewaltbereiter Gruppen, die Übergriffe auf Dalit verüben, gefordert. Nicht zuletzt sollen Arbeitsplätze mit festen Arbeitverträgen geschaffen werden und Land an die Landlosen verteilt werden. Als wünschenswert wurde auch eine Gesetzgebung gegen die Diskriminierung von Dalit in Schulen bezeichnet.
(PA-SD) (Fides 22/9/2016)


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