AMERIKA/BRASILIEN - Indio-Missionsrat dokumentiert 137 Morde und einen Anteil von 58% der Indiogemeinden ohne Landbesitz

Mittwoch, 21 September 2016 eingeborene   gewalt   politik   missionarische Öffentlichkeitsarbeit  

Brasilia (Fides) – In einem jüngst veröffentlichten Bericht dookumentiert der Indio-Missionsrat (CIMI) der Brasilianischen Bischofskonferenz die “Gewalt gegen Indios in Brasilien im Jahr 2015.
Der Bericht beklagt insbesonder die Zunahme von Gewalt gegen Mitglieder des Guarani- und Kaiowávolkes im Staat Mato Grosso do Sul. Der Voristzende des CIMI, Erzbischof Roque Paloschi von Porto Velho fragt sich bei der Präsentation des Berichts: "Warum wiederholen sich dieselben kriminallen Praktiken, ohne dass wirkkräftige Maßnahmen ergriffen werden? Wie lange müssen wir solche Berichte noch vorlegen?".
Zu wenig werde getan, heißt es in dem Bericht, um den Status des Landbesitztes der Indiogemeinden zu definieren. Eine Delimitation hätte auf der Grundlage der brasilianischen Verfassung bereits 1993 stattfinden sollen. Trotzdem, so CIMI, warten sich zum 31. August 2016, insgesam 654 Indio-Gemeinden in Brasilien immer noch auf staatliche Maßnahmen, die eine solche Delimitation auf den Weg bringen. Insgesamt seien 58,7% der insgesmat 1.113 Indiogemeinden im Land betroffen.
Nach Auskunft staatlicher Stellen sollen in den Indiogmeinden des Landes insgesamt 137 Indios ermordet worden sein, davon 36 im Staat Mato Grosso. Insgesamt gab es 87 Selbstmorde in Indiogemeinden, davon 45 imn Staat Mato Grosso do Sul insbesondere in den Gemeinden der Guarani und Kaiowá. Der Bericht liefert auch Daten zur Kindersterblichkeit in Indiogemeinden: die Haupttodesursachen bei Kindern in Indiogmeinden sind Lungenentzündung (8,2%), Druchfall und Infektionskrankheiten des Magen- und Darmtraktes (7%).
(CE) (Fides, 21/09/2016)


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