VATIKAN - Papstaudienz für Teilnehmer des Seminars der Kongregation für die Evangelisierung der Völker: “Kümmert euch um das Gottesvolk, die Priester und die Seminaristen”

Samstag, 10 September 2016 bischöfe   missionarische Öffentlichkeitsarbeit   päpstliche missionswerke   heiliger stuhl  

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Vatikan (Fides) - “Ihr kommt aus vielen Ländern, die oft weit voneinander entfernt sind und Teil der großen Konstellation der so genannten ‘Missionsgebiete’ sind. Deshalb hat jeder von euch den großen Vorteil und gleichsam die Verantwortung an vorderster Front bei der Verkündigung des Evangeliums zu stehen”, so Papst Franziskus bei der Audienz für die neu ernannten Bischöfe aus den Ländern, die der Kongregation für die Evangelisierung der Völker unterstehen und derzeit an einem Studienseminar in Rom teilnehmen (vgl. Fides 2/10/2016).
“Nach dem Vorbild des Guten Hirten”, so der Papst, “seid ihr beauftragt, euch um die Herde zu kümmern und nach Schafen zu suchen, auch nach denjenigen, die sich entfernt oder verirrt haben; ihr sollt auch nach neuen Wegen der Verkündigung suchen und den Menschen entgegen gehen; ihr sollt diejenigen, die die Taufe empfangen haben bei der Glaubensbildung helfen, damit die Gläubigen auch die weniger überzeugten oder nicht praktizierenden, wieder zur Freude des Glaubens zurückfinden und das Evangelium auf fruchtbare Weise verkünden”.
Zu Beginn seiner Ansprache dankte der Papst Kardinal Filoni, dem Präfekten der Kongregation, “für die Evangelisierung, für seine Worte und für die Arbeit, die er zusammen mit seinen Mitarbeitern seines Dikasteriums leistet”. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch daran, dass die Bischöfe in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit sich mit vielen Pilgern aus aller Welt auf den Weg gemacht haben: “Diese Erfahrung tut uns allen so gut; sie zeigt uns, dass wir alle Pilger sind, Pilger der Barmherzigkeit und dass wir alle die Gnade Christi brauchen, damit wir barmherzig wie der Vater sein können”.
Der Papst erinnerte auch daran, dass die Bischöfe bei der Missionstätigkeit auf viele Mitarbeiter zählen können, darunter auch viele Laiengläubige, und forderte sie auf “vor allem der Priesterausbildung in den Seminaren ein besonderes Augenmerk zu widmen und die Priester auch nach der Weihe durch eine permanente Fortbildung zu begleiten... Vergesst nicht, dass der allernächste Mitarbeiter des Bischofs der Priester ist. Deshalb muss jeder Priester die Nähe seines Bischofs spüren”.
Abschließend bat der Papst um besondere Wachsamkeit, “damit alles, was für die Evangelisierung oder die Seelsorge getan wird nicht durch bereits vorhandene oder vielleicht entstehende Spaltungen zunichte gemacht wird. Spaltungen sind eine Waffe des Teufels und für ihn das Naheliegendste, wenn es darum geht, die Kirche von innen heraus zu zerstören; eine weitere Waffe ist das Geld... Insbesondere dürfen die Unterschiede, die der ethnischen Zugehörigkeit in einem Gebiet geschuldet sind, nicht in die christlichen Gemeinden eindringen oder dort sogar deren Wohl beeinträchtigen... Die Kirche muss sich über solche tribalen und kulturellen Merkmale stellen und das sichtbare Prinzip der Einheit sein, dabei hat sie die Aufgabe unermüdlich die Ortskirche durch die Gemeinschaft aller ihrer Mitglieder wachsen”.
“Ich bin sicher, dass alles, was ihr in diesen Tagen im Austausch erfahren habt jedem einzelnen dabei helfen wird, das eigene Amt mit Begeisterung auszuüben. Kümmert euch um das euch anvertraute Gottesvolk, die Priester und Seminaristen. Dies ist eure Aufgabe. Maria unsere Mutter schütze und begleite euch”.
(SL) (Fides 10/9/2016)




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