ASIEN/PAKISTAN - Katholik stirbt bei Taliban-Anschlag auf christliches Viertel in Peshawar

Freitag, 2 September 2016 gewalt   terrorismus   religiöse minderheiten   menschenrechte  

P.A.

Peshawar (Fides) – Vier Taliban-Kämpfer griffen heute Morgen um 5.30 Uhr die “Christian Colony” in der Stadt Peshawar im Norden Pakistans an. Der katholische Familienvater Samuel Masih und zwei protestantische Christen kamen dabei ums Leben, private Sicherheitsbeamte wurden verletzt: dies berichtet der Pfarrer der katholischen Gemeinde Sankt Michael Yunis Riaz. Bei einem nachfolgenden Schusswechsel wurden auch zwei Soldaten und ein Polizeibeamter verletzt, während die vier Kämpfer starben.
Der seit fünf Jahren in der Gemeinde in Peshawar tätige Pfarrer Riaz beschreibt die Situation wie folgt: “Die vier Kämpfer hatten sich außerhalb der Kolonie aufgestellt. Sie warteten, bis das Tor aufging und Samuel herauskam, der zur Arbeit gehen wollte. Dann feuerten sie mehrere Schüsse ab, ermordeten Samuel und drangen in die Kolonie ein. Bei der Schießerei wurden zwei unserer Sicherheitsbeamten verletzt. Doch sie konnten Alarm auslösen und Verstärkung anfordern. Die gerufenen Soldaten eröffneten sodann das Feuer auf die Kämpfer. Dabei wurden zunächst zwei Kämpfer getötet, während sich die beiden anderen in die Luft sprengten, wobei die Wohnung verwüstet hatte, in der sie sich versteckt hielten. Es gab aber keine weiteren Opfer”.
“Als ich am Tatort ankam, traf ich dort auf verängstigte Menschen“, so der katholische Geistliche weiter, „und nun trauern wir um Samuel. In der Kolonie leben rund dreißig christliche Familien, davon zehn katholische. Es sind einfache Leute und die meisten arbeiten für Reinigungsfirmen in öffentlichen Gebäuden. Es sind tief gläubige Menschen: sie werden darüber hinweg kommen ".
“Ziel der Anschläge der Taliban”, so Pfarrer Riaz abschließend, “sind sowohl zivile als auch militärische Objekte, Schulen und Familien: sie wollen den Frieden stören und Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem sie die Institutionen bedrohen. Wir werden auch künftig gemeinsam für sozialen und religiösen Frieden eintreten. Als Christen werden wir unseren Teil beitragen und dafür beten und arbeiten und uns im Alltag um Frieden bemühen”.
(PA) (Fides 2/9/2016)


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