AFRIKA/SÜD SUDAN - “Ignoriert unsere Tragödie nicht, sonst wird die Flüchtlingswelle in Richtung der europäischen Küsten anschwellen“ erklärt ein Bischof

Dienstag, 2 August 2016 bischöfe   bewaffnete gruppen  


Juba (Fides)-“Wenn Süd Sudan ignoriert wird, könnte die Flüchtlingswelle in Richtung der europäischen Küsten womöglich anschwellen“ warnen in einer Fides zugekommenen Erklärung S.E: Mons.Barani Eduardo Hiiboro Kussala, Bischof von Tombura-Yambio und Präsident des Inter-Faith Council for Peace Initiative (ICPI) in Greater Western Equatoria.
Mons. Kussala richtete einen Appell an die internationale Gemeinschaft, damit sie „auch weiterhin ihre Schlüsselrolle zu nutzen und Präsident Salva Kiir und den ehemaligen Vize- Präsidenten Riek Machar zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu überzeugen und die Vereinbarung über die gemeinsame Machtausübung in die Tat umzusetzen, die im August letzten Jahres unterzeichnet worden war“.
Die im Juli erneut ausgebrochenen Kämpfe zwischen den Gruppierungen von Kiir und Machar (s. Fides 12/7/2016) hatten Machar gezwungen aus der Hauptstadt zu fliehen. Gemäß den Vereinbarungen vom August 2015 war er Erster Vize-Präsident geworden, wurde aber aus diesem Amt entfernt. Sein Posten ging an Taban Deng Gai, ein Mitglied der Machar-Gruppe (SPLA-IO), die sich auf die Seite von Kiir geschlagen hatte.
Die humanitäre Lage in Juba wie im Rest des Landes ist prekär (s. Fides 25/7/2016); in dieser Situation sind es vor allem die katholischen Organisationen und die anderer christlicher Konfessionen, die sich der Notlage annehmen. „Mit der internationalen Hilfe sowie der Hilfe der katholischen Kirche und anderer Mitglieder des South Sudan Council of Churches (z.B. Cafod und Trocaire, Caritas) und anderer humanitärer Hilfsorganisationen helfen wir der Bevölkerung zu überleben und tragen dazu bei, dass unser Land eine Zukunft hat“, erklärt Mons. Kussala. Der Bischof betont, dass Süd Sudan ein potentiell reiches Land ist und zwar nicht nur an Erdöl, sondern auch an verschiedenen anderen Mineralen. Darüber hinaus hat es ein großes landwirtschaftliches Potential. Aber mit dem von einer „kleinen Minderheit provozierten“ Konflikt wird die Entwicklung unseres Landes verhindert. Aber die Tragödie des Süd Sudan geht in Medien in den Berichten über die Terroranschläge in Europa und anderen Teilen der Welt unter. Doch Europa, so schloss Mons. Kussala, dürfe diese Tragödie nicht ignorieren, denn andernfalls werde es zu einer weiteren Flüchtlingswelle kommen.
(L.M.) (Fides 2/8/2016)



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