ASIEN/IRAQ - Wettlauf der „Versprechen“ zur künftigen Autonomie der Ninive-Ebene

Samstag, 30 Juli 2016 internationale politik  

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Mosul (Fides) – Auch der ehemalige Gouverneur der Provinz Ninive und Exponent der Partei al Habda, der Sunnit Atheel al Nujaifi, erklärte, dass die Provinz, sobald sie von den Jihadisten des Daesh befreit sein werde, in eine autonome Region umgeändert werden müsse; diese müsse wiederum in sechs oder acht Provinzen mit einer gewissen Verwaltungsautonomie aufgeteilt werden. „Auf diese Weise“, betonte Nujaifi „können die Gruppen aller Regionen eine Selbstverwaltung bekommen, denn sie können nicht immer nur an die Schutzversprechen glauben“.
Die Äußerungen des sunnitischen Politikers, die in den letzten Tagen in der Lokalpresse erschienen waren, sind implizit auch an die Christen gerichtet, die in den Dörfern der Ninive-Ebene lebten, bevor sie in Massen vor den Eroberungszügen der Daesh-Milizen geflohen waren. Der Politiker bringt in seiner Erklärung erneut den seit Langem bestehenden Plan einer „autonomen, mehrheitlich christlichen Provinz“ zur Sprache, die in der Ninive-Ebene errichtet werden soll, um so den christlichen Gemeinden dort eine Rolle in der öffentlichen Verwaltung und im Bereich der Sicherheit zuzuerkennen. Die Worte von al Nujaifi bestätigen aber auch, dass die „Versprechen“ gegenüber den Christen zu einem Propagandathema für Projekte unter politischer Führung in der Gegend geworden sind, die miteinander konkurrieren. Erst vor wenigen Tagen (s. Fides 19/7/2016) hat der Kurdenführer Masud Barzani, Präsident der autonomen Region Kurdistan im Iraq bei einem Treffen mit christlichen Politikern in Ebril die Schaffung einer „christlichen Provinz“ in der Ninive-Ebene ventiliert. Ihm zufolge solle danach ein Referendum erfolgen, um den Bewohnern dieser autonomen Verwaltungseinheit die Wahl ihrer politischen Zugehörigkeit unter der Regierung eins unabhängigen irakischen Kurdistan zu lassen anstatt der Regierung von Bagdad zu unterstehen.
(GV) (Fides 30/7/2016).


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