AFRIKA/ÄGYPTEN - Präsident al Sisi empfängt Patriarch Tawadros - Polemik über die Demonstrationen der Kopten in den USA

Freitag, 29 Juli 2016 sektierertum  

coptstoday.com

Kairo (Fides) – Die ägyptischen Bürger, gleich welcher Religionsgemeinschaft sie angehören, „haben gemäß der Verfassung alle die gleichen Rechte und Pflichten“. Und die ägyptischen Christen haben „Umsichtigkeit und Vaterlandsgeist gezeigt“ in der Art und Weise, wie sie auf die Leiden und Provokationen in den vergangenen Jahren reagiert haben; sie sind vernünftig vereint geblieben auf die Angriffe seitens derer, die „die Religion benutzen wollen um Zwist zu säen und extremistische Ideen zu verbreiten“. Das sind die wesentlichen Überlegungen, die der ägyptische Staatspräsident Abdel Fatah al Sisi bei seinem Zusammentreffen mit dem koptisch-orthodoxen Patriarch Tawadros II. geäußert hat, als er ihn gestern im Präsidentenpalast zusammen mit einer Delegation mehrerer Bischöfe der Synode der koptisch-othodoxen Kirche empfangen hat.
Al Sisi setzte den Akzent auf den Wert der Brüderlichkeit zwischen Christen und Muslimen in Ägypten, indem er die im Rahmen des Egyptian Family House ergriffenen Initiativen positiv bewertete. Dieses sog. Haus der Ägyptischen Familie ist ein interreligiöses Verbindungsorgan, das vor einigen Jahren als Instrument zur Abwehr und Milderung der sekterierischen Kontraste entstanden war.
Noch immer wecken jedoch die öffentlichen Demonstrationen einiger Gruppen der koptischen Diaspora Polemik, wie z.B. derjenigen, die in den letzten Tagen in Washington vor dem Weißen Haus gegen die Gewaltakte gegen die Christen in Ägypten protestiert hatte. Die Sprecher des koptisch-orthodoxen Patriarchats wollten keine offiziellen Kommentare zu diesen Demonstrationen abgeben; in den vergangenen Tagen wurden allerdings vom Patriarchat Warnungen gegen mögliche Instrumentalisierung laut ebenso wie die Warnung, im Ausland öffentliche Kampagnen zu mobilisieren, die als „Einmischungsversuche“ von ausländischen Organisationen und Gruppen in die inneren Angelegenheiten Ägyptens angesehen werden könnten.
Der ägyptische Schriftsteller Michel Fahmy hat hart gegen derartige Demonstrationen ausgesprochen, die von Mitgliedern der koptischen ägyptischen Diaspora organisiert waren; er bezeichnete sie als „dumme oder verräterische“, von kleinen Gruppierungen angezettelte Aktionen, und er betonte, dass nur der ägyptische Staat auch die Kopten vor sektiererischen Gewalttaten schützen kann, da diese Gruppen nicht fähig seien die militante koptisch-orthodoxe Diaspora zu schützen noch die Kopten, die im ägyptischen Parlament sitzen.
(GV) (Fides 29/7/2016)


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