AMERIKA/VENEZUELA - Diskreditierungs-Kampagne gegenüber der Kirche an mehreren Fronten, weitere Verzögerung des Referendums

Freitag, 29 Juli 2016 demokratie   krisengebiete   ortskirchen   gewalt  


Caracas (Fides) – S. E.. Mons. Ramon Ovidio Pérez Morales, der emeritierte Bischof der Diözese Los Teques und ehemaliger Präsident der Bischofskonferenz Venezuelas (CEV), hat die Bevölkerung ins Bild gesetzt über die Angriffe der Regierung von Nicolas Madura gegen die katholische Kirche mit dem Ziel sie bei den Leuten zu diskreditieren. In seinem Twitter-Account veröffentlichte Mons. Pérez Morales am 27. Juli folgende Nachricht: „Die Kirche wird auf mehreren Fronten offiziell angegriffen: Es kommt zu Haus-Stürmungen, Netzwerke werden geclont, mediatische Angriffe durchgeführt. Ziel dabei ist es die Glaubwürdigkeit der Kirche zu untergraben“. Er rief danach die venezolanischen Katholiken auf „vorbereitet zu sein auf die Diskreditierungskampagne gegen die Kirche und auf Übergriffe auf Personen und Strukturen“ und „den Glauben und die Einigkeit zu stärken“.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Bischof der Diözese San Cristobal de Venezuela, S.E. Mons. Mario del Valle Moronta Rodríguez einen gefälschten Twitter-Account der CEV entdeckt und verurteilt, in dem Falschinformationen verbreitet wurde. Mehrere katholische Vereinigungen haben daraufhin bei der digitalen Plattform die Streichung des gefälschten Accounts verlangt. Die sozialen Netzwerke sind in Venezuela mittlerweile das Hauptkommunikationsmittel, und die offiziellen Medien werden heute von keinem Bereich der Gesellschaft mehr beachtet.

Im Land selbst nehmen die Proteste gegen die verspätete Ausrufung des Referendums zur Absetzung von Präsident Maduro kein Ende. Gestern, am 28. Juli, verhinderte die Nationalgarde in Caracas eine Protestdemonstration der Opposition, die bis zum Sitz des Nationalen Wahlrates (CNE) gelangen und dort verlangen wollte, dass die Prozeduren für das Referendum nicht weiter aufgeschoben würden. Erster Schritt dazu war die Übergabe von ca. 1,8 Millionen Unterschriften an den CNE (s. Fides 14/05/2016) gewesen, aber noch immer wird darauf gewartet, dass der CNE sie für gültig erklärt und ein Datum für den zweiten Schritt nennt, nämlich die Sammlung von 4 Millionen Unterschriften, was 20% der wahlberechtigten Bevölkerung entspricht.
(CE) (Fides, 29/07/2016)


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