AFRIKA/ÄGYPTEN- Der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. kündigt wegen sektiererischer Gewalt Aufhebung der öffentlichen Mittwochs-Katechese an

Montag, 25 Juli 2016 sektierertum  

CoptsUnited.com

Kairo (Fides) – Der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. kündigte die Aufhebung der traditionellen Wochenkatechese an, die er jeden Mittwoch Nachmittag in Kairo hielt. Diese Entscheidung wurde in Folge des erneut gespannten Klimas getroffen, das nach der neuerlichen Angriffsreihe gegen die Kopten in verschiedenen Gegenden des Landes entstanden war. Ankündigung und Begründung dieser Maßnahme erfolgte durch Patriarch Tawadros selbst anlässlich seiner letzten öffentlichen Katechese. Der Primat der koptisch-orthodoxen Kirche fügte hinzu, dass er in den kommenden Wochen seine Zeit vor allem dem Gebet für die von der Gewaltwelle betroffenen Familien widmen werde.
Diese neue Welle sektiererischer Gewalt hatte ihr Zentrum im Regierungsbezirk von Minya, wo am 17. Juli ein koptischer Christ von muslimischen Angreifern während eines Gemänges getötet worden war. Am vergangenen Donnerstag, 21. Juli, hatte Staatspräsident Abdel Fattah al Sisi persönlich an die Religions-Eintracht appelliert und dabei seine Absicht wiederholt, gesetzlich gegen die Urheber der Gewaltakte vorzugehen. Nach dem Appell des Präsidenten kam es zu erneuten sektiererischen Anschlägen in einem Dorf in der Nähe von Beni Suef, wo vier Häuser von Christen von aufständischen Muslimen angegriffen wurden, die die Kopten beschuldigten ohne Erlaubnis eine Kirche errichten zu wollen. In der Vergangenheit (s.Fides 12/9/2013) hatte Patriarch Tawadros seine öffentlichen Katechesen im Sommer 2013 für ca. 10 Wochen unterbrochen. Damals ging es um Zusammenstöße, die – mit Angriffen auf zig Kirchen – das Land in der Folge der Absetzung des islamistischen Präsidenten Morsi – aufgewühlt hatten.
(GV) ( Fides 25/7/2016).



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