AFRIKA/SIMBABWE - Christliche Religionsführer warnen vor sozialen Unruhen und Kollaps des Staates

Freitag, 15 Juli 2016 bischöfe   politik   wirtschaft  

Harare (Fides) - “Die Regierung muss die Sorgen der Bürger ernst nehmen, damit es nicht zu einem Kollaps des Staates kommt”, so die christlichen Religionsführer Simbabwes in einer gemeinsamen Erklärung zur Polizeigewalt gegen Demonstranten und der Festnahme von Evan Mawarire, des baptistischen Pastors, der die Menschen zu Protesten gegen die dramatischen sozialen und wirtschaftlichen Missstände im Land aufrief (vgl. Fides 12/7/2016).
“Wenn die Regierung den Aufschrei der Menschen nicht hört könnten die Klagen sich zu zivilen Unruhen ausweiten”, heißt es in dem Dokument, das auch die Katholische Bischofskonferenz des Landes unterzeichnet.
Pastore Evan Mawarire wurde am vergangenen 12. Juli festgenommen und am Tag darauf auf Anweisung eines Gerichts in Harare wieder freigelassen. Dem Generalstreik, zu dem er am 6. Juli aufgerufen hatte, hatten sich weite Teile der Bevölkerung angeschlossen, doch die darauf folgenden Demonstrationen wurden von der Polizei unterdrückt, die nach Angaben von Amnesty International rund 300 Demonstranten festnahm.
In ihrer Erklärung beklagen die Religionsvertreter die Gewalt und die Brutalität der Polizeibeamten im Umgang mit den Demonstranten und äußern sich besorgt im Hinblick auf die Einschüchterungsmaßnahmen gegen Mawarire und andere Kirchenvertreter “die ihre Stimme für die Schwachen erheben”.
Die Religionsführer üben in ihrem Dokument Kritik an der Politik des 92jährigen Präsidenten Robert Mugabe und am Zusammenbruch zahlreicher staatlicher Unternehmen, „infolge von Korruption, Verantwortungslosigkeit und Straffreiheit”.
Wegen der steigenden Inflationsraten hatte Mugabe bereits 2009 beschlossen, auf die Landeswährung zu verzichten und den amerikanischen Dollar einzuführen. Ein Großteil der 16 Millionen Einwohner Simbabwes leben mit einem Dollar pro Tag und muss sich auf dem Schwarzmarkt versorgen.
(L.M.) (Fides 15/7/2016)



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