AMERIKA/NICARAGUA - Drei katholische Pastoralarbeiter nach 24stündiger Haft als „Oppositionelle“ registriert

Freitag, 8 Juli 2016 menschenrechte   gewalt   politik  

Matagalpa (Fides) – Polizeibeamte nahmen am vergangenen 1. Juli in der ländlichen Gemeinde Rancho Grande (Diözese Matagalpa) drei Pastoralarbeiter der katholischen Kirche fest Grund für die Festnahme waren angebliche Ermittlungen im Zusammenhang mit oppositionellen Schriften gegen die Regierung von Daniel Ortega, die in dem Dorf aufgetaucht waren. Bei den Festgenommenen handelt es sich um Simon Gonzalez Salazar (33), dessen Bruder Dimas Israel (19) und ihren Vater Simon Gonzalez Polanco (66). Nach 24 Stunden wurden die drei Männer wegen mangelnder Beweise zwar wieder freigelassen und unterdessen als „Oppositionelle” registert. "Die Polizeibeamten handelten sehr aggressiv, als ob wir Verbrecher währen”, so Simon Gonzalez Salazar gegenüber der Tageszeitung “La Prensa“ nach seiner Freilassung.
Wenige Tage zuvor waren Beamte im Auftrag der Regierung nach Rancho Grande gekommen, um die Einwohner zu einer Kundgebung zugunsten des Präsidenten einzuladen. Plakate für die Veranstaltung wurden unter anderem auch in der katholischen Kirche aufgehängt. Darüber ärgerten sich einige Gemeindemitglieder, die die Plakate wieder entfernten. Am selben Tag waren an Wänden im Dorf Schriften gegen Präsident Ortega und seine Regierung aufgetaucht. Ein Dorfbewohner nannte im Zusammenhang damit die Namen der drei Pastoralarbeiter, weshalb es zu deren Festnahme kam.
Bischof Rolando José Álvarez Lagos Matagalpa bat in einem Radiointerview im Zusammenhang mit dem Vorfall die Polizei um Ermittlungen im Vorfeld eventueller Festnahmen, denn “es müssen die Menschenrechte garantiert werden und dies gilt vor allem für die ländliche Bevölkerung, die keinen Zugang zu den Medien hat und sich nicht über den Missbrauch beschweren kann”.
(IGE/CE) (Fides, 08/07/2016)


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