AMERIKA/CHILE - Verhandlungen mit den Mapuche: Regierung bittet Bischof Vargas um Mittlertätigkeit

Montag, 4 Juli 2016 eingeborene   krisengebiete   politik   armut  


Temuco (Fides) – Die chilenische Regierung will erstmals Verhandlungen im Zusammenhang mit dem Landrechtskonflikt der Mapuche auf den Weg bringen. Dies bestätigte Bischof Héctor Eduardo Vargas Bastidas, S.D.B., von Temuco gegenüber der Presse. Der Bischof wurde vom Innenministerium gebeten, Kontakte zu den Vertretern der Mapuche-Gemeinden aufzunehmen: "Es war die Regierung, die diese Initiative ergriffen hat, die wahrscheinlich bald offiziell bekannt gegeben wird.
An diesen “Ersten Gesprächen mit den Mapuche” sollen Vertreter der Mapuche, Bauern und Akademiker, darunter der Nobelpreisträger Jorge Pinto eingeladen werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Vertreter der Forstbehörde und Vertreter des radikalen Flügels der Mapuche teilnehmen werden: zu beide Gruppen soll die Regierung bereits Kontakt aufgenommen haben.
"Die Situation in Araucania ist sehr komplex”, hatte Bischof Vargas im Dezember 2015 gegenüber Fides erklärt, „Auf der einen Seite steht die historische Schuld gegenüber den Mapuche. Auf der anderen Seite nimmt die Gewalt zu und dies bringt zahlreiche Probleme mit sich. Allein in der Diözese Temuco betreuen wir rund eintausend Mapuche-Gemeinden. Dabei versuchen wir auch deren Würde, Kultur und Rechte zu schützen und die Lebensbedingungen zu verbessern". (vgl. Fides 19/12/2015).
Im Landkonflikt in der chilenischen Provinz Araucanía streiten sich seit den 90er Jahren die Mapuche mit Landwirten und Unternehmern um den Landbesitz. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen in der Region (vgl. Fides 18/04/2016 und 24/05/2016).
(CE) (Fides, 04/07/2016)


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