AMERIKA/PARAGUAY - Bischof Medina zum Massaker von Curuguaty: “Justiz ist für Wahrheitsuche verantwortlich“

Donnerstag, 23 Juni 2016 menschenrechte   eingeborene   bischöfe  

Asuncion (Fides) – Bischof Mario Melanio Medina Salinas von Juan Bautista de las Misiones (Paraguay) macht den stellvertretenden Präsidenten Federico Franco für das "Massaker von di Curuguaty" verantwortlich.
Nach Ansicht des Bischofs war die Tragödie vom 15. Juni 2012, bei der 11 Bauern und sechs Polizeibeamte starben, eine “Inszenierung”, die die Wahl Francos zum Präsidenten begünstigen sollte.
Gegenüber Journalisten betonte Bischof Medina bei einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der Bischofskonferenz in Asuncion, dass "die Justiz bei der Wahrheitssuche große Verantwortung trägt”. Man dürfe der Druckausübung gewisser Kreise nicht nachgeben, so der Bischof.
Zum tragischen Tod von insgesamt 17 Personen kam es am 15. Juni 2012 bei der Räumung eines von Bauern besetzten Grundstücks in Marina Cué. Kurz danach wurde Präsident Fernando Lugo vom Parlament des Amtes enthoben, weil er die Räumungsaktion veranlasst haben soll.(vgl. Fides 26/11/2012)
Vier Jahre nach dem Massaker wurden die Täter noch nicht identifiziert (vgl. Fides 13/06/2016), während die Staatsanwaltschaft erneut Anklage gegen die Bauern wegen illegale Versammlung, Besetzung von Privatgrundstücken und Mord erhoben. Im Jahr 2012 wurde Anklage nur wegen Mordes erhoben.
Bischof Medina Salinas erinnert daran, dass vor Ort 300 Polizistetn gegen 60 Bauern vorgingen: “Es ist eine Schande! Nun sollen sie um jeden Preis verurteilt werden! Hier werden die Opfer eines Verbrechens unter Anklage gestellt“.
(CE) (Agenzia Fides, 23/06/2016)


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