AFRIKA/MALAWI - Hexerei ist auch heute noch eine Alternative zur modernen Medizin

Samstag, 18 Juni 2016 menschenrechte  

UNAMID

Mzuzu (Fides) – Der Glaube an Hexerei ist auch heute noch weit verbreitet in Afrika und Medizinmänner haben immer noch einen unglaublichen Einfluss, so die Hilfsorganisation „Under The Same Sun (UTSS)“ in einer Pressemitteilung. Hexerei wird als Alternative zur modernen Medizin und als Weg zu einer besseren Zukunft, weshalb sie tief verwurzelt und kaum wegzudenken ist. Der Medizinmann hilft auch bei Liebeskummer, Geldknappheit oder beruflichen Problemen. Tritt das gewünschte Ergebnis nicht ein, dann ist dies nicht die Schuld des Medizinmannes, sondern des Patienten, der wahrscheinlich die Anweisungen nicht richtig befolgt hat. Auf allen Märkten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara werden Gegenstände und Mittel verkauft, die “Wunder wirken”. Von Ölen, die bei Hautkrankheiten helfen, bis hin zu Pflanzen, die jede Krankheit vertreiben. Medizinmänner selbst wenden unterdessen oft auch makabre Methoden an. Tier- oder sogar Menschenknochen, Haare und lebendige Tiere sind nur einige der Zutaten für ihre wundersamen Heilmethoden. Ein Großteil der Menschen in Malawi, Tansania und anderen Ländern der Region sind außerdem der Überzeugung, dass sich vor allem Körperteile Menschen mit Albinismus eine besondere magische Kraft haben. Deshalb werden ihnen oft Haare ausgerissen oder sie werden sogar verstümmelt. Seit März 2016 stieg die Zahl der Gewalt und Belästigung gegenüber Menschen mit Albinismus. Dort leben rund 10.000 Menschen mit Albinismus, die eines besonderen Schutzes bedürfen.
(AP) (Fides 18/6/2016)


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