AFRIKA/MADAGASKAR - Hungersnot zwingt Menschen zum Verzehr von Saatgut

Freitag, 17 Juni 2016 hunger  

Hery Zo Rakotondramanana

Bekily (Fides) – Die anhaltende Dürre im Süden von Madagaskar, wo mindestens eine Million Menschen von einer Hungersnot bedroht werden, brachte die Bauern in den sieben betroffenen Distrikten in eine verzweifelte Lage. Tausende Kinder ernähren sich von den Früchten wild wachsender Kakteen und viele Menschen essen in den zu 80% ländlichen Gebieten Samen, die eigentlich für die Aussaat von Mais bestimmt sind.
Nach Schätzungen der FAO sind allein im Distrikt Bekily in der Region Androy 45.000 Menschen gefährdet, fast die Hälfte der Bevölkerung. In anderen Regionen, darunter auch Amboassary, sehen sich Familien gezwungen ihr Vieh und ihr Hab und Gut zu verkaufen. In den Regionen Androy, Anosy und Atsimo Andrefana im Süden von Madagaskar leben viele Familien unter prekären Umständen infolge der Auswirkungen des meteorologischen Phänomens El Niño.
Es handelt sich um die schlimmste Dürre seit 35 Jahren. Voraussichtlich werden 80% der Ernte nicht eingebüßt werden. Wie das Büro der Vereinten Nationen für Humanitäre Hilfe mitteilt, hat der Klimawandel die Ernte auch in vielen anderen Ländern des südlichen Afrikas vernichtet, wo rund 14 Millionen Menschen Hunger leiden, darunter Südangola, Namibia, Botswana, Simbabwe, Lesotho, Malawi und Südafrika.
(AP) (Fides 17/6/2016)


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