AMERIKA/VENEZUELA - Prior der Dominikaner: “Die Situation ist verheerend, die Menschen Leiden Hunger und es kommt zu Menschenrechtsverstößen”

Dienstag, 14 Juni 2016 missionsinstitute   orden   politik   armut  

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Caracas (Fides) – "Die Situation in Venezuela ist verheerend” und “die die Menschen leiden Hunger”, so der Prior der Dominikaner im Vikariat der Provinz “Unsere liebe Frau vom Rosenkranz” , Pater Angelo Villasmil OP, in einem Schreiben an seiner Mitbrüder in der Provinz und in Lateinamerika und der Karibik.
Pater Villasmil nennt auch die wichtigsten Faktoren “die die verheerende Situation in Venezuela kennzeichnen: Inflation, Lebensmittelknappheit, Unsicherheit”. Außerdem beklagt er „systematische Menschenrechtsverstöße”, die er als “einen der schmerzlichsten Aspekte der aktuellen Situation im Land“ bezeichnet, während er auf „ein angespannte soziales Klima“ hinweist.
In diesem Zusammenhang erinnert er auch an die Reaktion der Regierung nach den zahlreichen Protestkundgebungen: „Es gibt Hunderte politische Flüchtlinge, von denen viele gefoltert oder sogar getötet werden. Und dies alles geschieht absolut unbestraft“.
Als besonders gravierend bezeichnet der Prior “die Informationsblockade, den der staatliche Kommunikationsapparat auferlegt. Aus den sozialen Netzwerken erfahren wir von Menschen, die sterben, weil es keine Medikamente gibt, oder die verhungern oder am Rande von Protestkundgebungen ums Leben kommen und von Plünderungen im ganzen Land.
"Es gibt keine offiziellen Angaben zur Zahl der Toten, die jedes Jahr in die Leichehalle in Bello Monte am Stadtrand von Caracas gebracht werden … doch es sind jedes Wochenende mindestens vierzig bis fünfzig, die von kriminellen Banden ermordet wurden. Die Straßen in Caracas sind menschenleer …. Dafür sind nicht nur Kleinkriminelle verantwortlich. Es gibt heute gut organisierte Banden, die morden, Menschen entführen und Schutzgeld verlangen".
"Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation für Venezuela? Wir hoffen es, auch wenn eine konstitutionelle und friedliche Lösung zunehmend schwieriger zu werden scheint, da die Regierung alle Kanäle sperrt, die zu einer friedlichen Lösung führen könnten”, heißt es in dem Schreiben.
"Die Bischofskonferenz hat die Regierung in ihren Verlautbarungen mehrfach kritisiert”, so der Dominikanerpater abschließend, "Wir wissen, dass wir uns als Kirche auf einen Angriff der Regierung gefasst machen müssen. Doch die Kirche erhebt die Stimme nur zum Schutz des Volkes, wenn sie auf Missbrauch und Menschenrechtsverstöße im Land hinweist. Und deshalb haben wir keinen Zweifel daran, dass die Kirche nicht angreifbar ist“.
(CE) (Fides, 14/06/2016)


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