AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Zivilgesellschaft fordert “Beendigung der Massaker in Beni e Libero”

Dienstag, 17 Mai 2016 massaker  

Kinshasa (Fides) – Insgesamt 1.116 Menschen wurden zwischen Oktober 2014 und Mai 2016 in den Regionen um Beni und Lubero (in Nordkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo) von verschiedenen dort aktiven bewaffneten Gruppen brutal ermordet, unter anderem von der ruandischen FDLR und der ugandischen ADF/NALU (Allied Democratic Forces). Dies betonen Vertreter der Zivilgesellschaft in einem Schreiben an den kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila.
Im Durchschnitt wurden jeden Monat 60 ermordet, so die Verfasser des Schreibens. Außerdem seien 1470 verschleppt worden, deren Schicksal bis heute unbekannt ist, während 34.297 Familien fliehen mussten. Außerdem beklagen die Autoren unzählige Fälle der sexuellen Gewalt gegen Frauen und Minderjährige.
Insgesamt 1750 Häuser wurden in Brand gesteckt; 13 Krankenstationen gingen in Flammen auf; 27 Schulen wurden verwüstet oder von Soldaten und Vertriebenen besetzt; verschiedene Dörfer von Milizionären belagert. In der Region um Lubero, heißt es in dem Schreiben, “ziehen die Milizionäre der FDLR sogar Steuern ein”.
Außerdem berichten die Verfasser “von kollektiven Umsiedlungen ganzer Stämme oder Sprachgruppen mit dem Ziel der Besatzung bestimmter Gebiete und der Aufspaltung des Landes”, so wie von der “systematischen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Landes”.
Die Unterzeichner des Schreibens erinnern die kongolesischen Behörden an ihre Verantwortlichkeit beim Schutz der Einwohnern und fordern ein Verbot der Beteiligung von Soldaten der staatlichen an Geschäften mit Bodenschätzen in der Region und die Rückführung der Rebellen der FDLR in ihre Heimat.
(L.M.) (Fides 17/5/2016)


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