AFRIKA/SÜDSUDAN - „Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit würde zur Überwindung des Lebensmittelnotstands beitragen“

Mittwoch, 20 April 2016 frieden   bewaffnete gruppen  

Juba (Fides)- “Wäre die Situation nicht so tragisch, könnte man sagen, dass es sich um eine Farce handelt”, so einheimische Beobachter aus Juba, der Hauptstadt des Südsudan. In Erwartung der Ankunft des ersten stellvertretenden Präsidenten und ehemaligen Rebellenanführers Riek Machar wartet, von der die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit abhängt, wie sie von den im August 2015 unterzeichneten Vereinbarungen vorgesehen ist.
“Die lokalen Medien berichten heute Morgen, dass ‘die Wahrscheinlichkeit besteht’, dass Machar heute in Juba eintrifft”, so der Beobachter, „doch solche Nachrichten hören wir seit seit Wochen oder Monaten“.
“Die beiden Seiten unter Leitung von Präsident Salva Kiir und Riek Machar haben Mühe damit, sich zu einigen und denken nur unter militärischen Gesichtspunkten. Es scheint als ob die Verzögerung der Ankunft von Machar in Juba von der zahl der Soldaten abhängt, die er in der Hauptstadt stationieren will um seine Sicherheit zu gewährleisten und davon welche Ausrüstung diese erhalten”, so der Beobachter weiter.
“Die Bevölkerung leidet unter dieser Denkweise, die bereits zu der Katastrophe des Bürgerkriegs geführt hat, als Machar, der damals bereits der Stellvertreter Kiirs war, von diesem beschuldigt wurde, ihn durch einen Militärputsch stürzen zu wollen. Wie einer der bekanntesten südsudanesischen Journalisten Alfred Taban betont, warten die Menschen darauf, dass Machar kommt und eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet wird, weil sie hoffen, dass dann die Lebensmittelpreise wieder sinken, denn die internationale Gemeinschaft macht Hilfslieferungen von der Bildung einer solchen Regierung abhängt.”.
“Die Wirtschaft steht kurz vor dem Zusammenbruch und der Südsudan sieht sich mit einer Lebensmittelknappheit konfrontiert”, so der Beobachter abschließend, „Deshalb ist die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit notwendig, um eine Notlage zu überwinden, auch wenn man sich keiner Illusion hingeben darf, weil sie aus denselben politischen Führungskräften besteht, die den Südsudan in die Katastrophe gestürzt haben.
(L.M.) (Fides 20/4/2016)


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