ASIEN/TÜRKEI - Christliche Gemeinden legen Berufung gegen die Beschlagnahme von Kirchen in Diyarbakir ein

Dienstag, 19 April 2016 religiöse minderheiten  

Diyarbakir (Fides) – Vertreter der syrischen Kirche und der evangelischen Gemeinde legen beim Gericht in Diyarbakir Berufung gegen die von der türkischen Regierung Ende März veranlasste umgehende Beschlagnahme von Grundstücken in der südtürkischen Stadt im Rahmen von militärischen Operationen gegen Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK ein. Auf den beschlagnahmten Grundstücken stehen mehrer Kirchen christlicher Gemeinden in Diyarbakir.
Der Räumungsbeschluss (vgl. Fides 30/3/2016) wurde im Amtblatt des Ministerrates veröffentlicht und betrifft auch die armenisch Apostolische Gemeinde und die St. Giragos-Kirche, die syrische Marienkirche, und die Kirche Mar Sarkis der chaldäischen Gemeinde sowie die armenisch-katholische Gemeinde und eine protestantische Kirche. Außerdem befinden sich auf dem Gelände rund 6.000 Wohnungen, die größtenteils zur Altstadt gehören. Bereits zum Zeitpunkt der Beschlagnahme, wurden in den christlichen Kirchen keine Gottesdienste mehr gefeiert.
Die Beschlagnahme wurde als Präventionsmaßnahme zum Schutz der Altstadt von Diyarbakir vor Beschädigung durch den Krieg angekündigt. Bereits in den ersten Tagen nach der Beschlagnahme hatte der Leiter des Kulturdezernats der Stadt, Nevin Solukaya, den Vertretern des Stiftungen, in deren Eigentum sich die Beschlagnahmten Kirchen befinden, empfohlen, Berufung gegen die Verstaatlichung einzulegen.
(GV) (Fides 19/4/2016).


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