ASIEN/PAKISTAN - Hauptverdächtiger im Fall des Mordes an christlichen Eheleuten gegen Kaution freigelassen

Dienstag, 19 April 2016 religiöse minderheiten   verfolgung   blasphemie   islam   gewalt  

LEAD

Lahore (Fides) – Der Hauptverdächtige im Fall des zweifachen Mordes an den christlichen Eheleuten Shahzad Masih und Shama Bibi, die wegen angeblicher Blasphemie am 4. November 2014 bei lebendigem Leib verbrannt wurden, wurde gegen Kaution freigelassen. Wie die Organisation "Legal Evangelical Assistance and Development" (LEAD) berichtet, wurde Yousaf Gujjar freigelassen, obschon der stellvertretende Oberinspektor der Polizei in Kasur der in dem Fall die Ermittlungen leitet, vor Gericht erklärt hatte: „Gäbe es diesen Menschen nicht, dann wäre der Mord nie passiert“. Doch der Polizeibeamte Asi Mohammad Ali, der ursprünglich die Anzeige gegen Yousaf Gujjar und drei weitere Verdächtige auf den Weg gebracht hatte, weigerte sich vor Gericht, Gujjar als "einen der Hauptverantwortlichen zu identifizieren“. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, soll Gujjar und seine drei Komplizen die Menschenmenge gegen die beiden Christen aufgehetzt und sie zur Bestrafung wegen Blasphemie aufgerufen haben. "Die Zurückhaltung der Polizei …ist der Gerechtigkeit bestimmt nicht förderlich”, so der christliche Anwalt Mustaq Gill.
Yousaf Gujjar ist der Besitzer der Ziegelfabrik in Kot Radha Kishan im Verwaltungsdistrikt Kasur, in der Shahzad und Shama arbeiteten und in deren Ofen sie verbrannt wurden. Am 10. Dezember veranlasste die Polizei bereits wenige Tage nach dem Vorfall die Untersuchungshaft für ihn und drei weitere Verdächtige. Zunächst wurde eine Freilassung gegen Kaution abgelehnt, die nun letztendlich doch bewilligt wurde. Unterdessen veranlasste das Gericht Ermittlungen gegen insgesamt 106 Personen.
(PA) (Fides 19/4/2016)


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