AFRIKA/KENIA - Bischöfe: “Korruption tötet unser Land”

Dienstag, 12 April 2016 korruption   bischöfe  

Nairobi (Fides) – “Das Geschwür der Korruption tötet unser Land. Wir befinden uns auf dem Weg zu einer gottlosen Gesellschaft, die von Stammesdenken gebeugt wird und Geld die einzige Gottheit ist”, so die Bischöfe Kenias am Rande ihrer Vollversammlung.
In ihrer Botschaft erinnern die Bischöfe an den Besuch von Papst Franziskus in Kenia m vergangenen November (vgl. Fides 25/11/2015) und beschreiben eine ihrer Ansicht nach sehr besorgniserregende Situation: „Einfache Männer und Frauen tragen die Last der Korruption. Die Mehrheit der Bürger leiden unter der Armut und kann ihre grundlegenden Bedürfnisse kaum erfüllen. Sie haben keinen Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung oder guten Schulen und qualitativ hochwertiger Bildung”. Besonders betroffen seien junge Menschen, so die Bischöfe, die auch für einen Arbeitsplatz Bestechungsgelder zahlen müssen oder auf „gute Beziehungen“ angewiesen sind. Deshalb erinnern die Bischöfe auch an den Aufruf von Papst Franziskus der bei seinem Besuch forderte: “Sagt nein zur Korruption!”.
Außerdem beklagen die Bischöfe in ihrem Dokument auch das Stammesdenken, das nie ganz verschwunden war, jedoch wieder an Kraft gewinne, so dass sich die Bischöfe feststellen: „Wir sehen alles durch das Prisma der Ethnien“. Damit in Verbindung stehe auch die Radikalisierung junger Menschen „die sich gefährlichen Gruppen anschließen“. Sorge macht den Bischöfen auch die Verbreitung von Drogen und unmoralischen sexuellen Verhaltensweisen.
Abschließend fordern die Bischöfe die Gläubigen auf, die Hoffnung nicht zu verlieren: „Christus hat jede Form der Verzweiflung besiegt. Wir müssen das Böse in uns bekämpfen und uns einzeln und kollektive gegen jede Form von Korruption wehren, die unser soziales Gewebe zerstört”.
(L.M.) (Fides 12/4/20016)


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