ASIEN/LIBANON - Karekin II. und Aram I. besuchen Nagorno Karabach im Zeichen der “Solidarität mit der Bevölkerung”

Donnerstag, 7 April 2016 kriege  

armenpress

Antelias (Fides) – Der Armenische Katholikos Karekin II. und der Katholikos des Großen Hauses von Kilikien Aram I. werden in den kommenden Tagen Nagorno Karabach besuchen, wo in den vergangenen Tagen erneut der Konflikt zwischen Aserbaidschanern und Armeniern aufflammte. Die beiden Oberhäupter der armenisch-apostolischen Kirche wollen mit ihrem Besuch vor allem “um der Armee und der Bevölkerung ihre Solidarität zum Ausdruck bringen”.
Zu erste Spannungen ethnisch-poltischen Spannungen um Nagorno-Karabach kam es nach der Auflösung der Sowjetunion. In der vorwiegend von Armeniern bewohnten Region war im September 1991 eine neue Republik ausgerufen worden, nachdem Aserbaidschan den Austritt aus der Sowjetunion beschlossen hatte. Es folgten ein Referendum und Wahlen, doch im Januar des darauf folgenden Jahres kam es zu einer militärischen Reaktion der Aserbeidschaner und bei dem Konflikt, der erst im Jahr 1993 mit einem Waffenstillstand beendet wurde, starben insgesamt 30.000 Menschen. Seither kam es stets zu kleineren Übergriffen.
Die Ausschreitungen der vergangenen Tage zwischen der aserbaidschanischen Armee und den armenischen Separatisten waren die heftigsten seit 1993: es starben mindestens 75 Menschen und unter den Opfern befanden sich auch zahlreiche Zivilisten. Am vergangenen 5. April wurde ein Waffenstillstand vereinbart.
In den vergangenen Tagen hatte Krekin II. bereits die “aggressiven und vorsätzlichen Operationen Aserbaidschans entlang der Grenze zu Nagorno-Karabach und Übergriffe auf von friedlichen Zivilsten bewohnte Gebiete” beklagt, die “die Stabilität in der Region untergraben und die Bemühungen um eine Beruhigung der Lage zunichte machen”. Am gestrigen 6. April bekräftigte Aram I. in einem Telefongespräch mit dem Präsidenten der von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen nicht anerkannten Republik Nagorno Karabach, Bako Sahkyan, die eigene Solidarität. (GV) (Fides 7/4/2016).


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