ASIEN/IRAK - Chaldäische Priester wegen Verschwendung von Spendengeldern suspendiert

Montag, 4 April 2016 korruption  

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Bagdad (Fides) – Der chaldäische Priester Amer Saka hatte sich selbst angezeigt, weil er die in Kanada gesammelten Spenden für Flüchtlinge aus dem Nahen Osten nicht dem eigentlichen Zweck zuführte. Nun wurde er vorübergehend vom Priesteramt suspendiert, während die chaldäische Eparchie Mar Adday in Toronto den Vorfall den zuständigen Behörden melden will.
Der chaldäische Patriarch warnt unterdessen mit Blick auf die Episode in Kanada vor einer Instrumentalisierung des Falls. Es handle sich um einen Einzelfall, heißt es in einer Verlautbarung des Patriarchats “und man darf unter diesem Vorwand nicht alle Priester unterschiedslos verurteilen”.
Gegenstand der Selbstanzeige beim zuständigen Bischof Emanuel Shaleta war die Verschwendung der für Flüchtlinge aus dem Nahen Osten gesammelten Spendensumme in Höhe von 500.000 kanadischen Dollar beim Glücksspiel.
Der Patriarch erinnert im Zusammenhang mit dem Vorfall an die menschliche Schwäche und betont, dass der Priester sich seines Fehlverhaltens bewusst sein. Er wünsche sich deshalb, dass der Vorfall keine Diffamierungskampagne gegen die chaldäische Kirche als solche ins Rollen bringe. Man hoffe, dass die Ermittlungen der kanadischen Justizbehörden zu Ergebnissen führen werden. Gleichsam müsse man, wie der Patriarch Louis Raphael I. wiederholt angeregt habe, angemessene Formen der Fortbildung für Priester finden, die bei ihrer geistlichen und pastoralen Entwicklung begleitet werden sollen.
In einem Schreiben an die chaldäischen Priester vom Juli 2013 hatte der chaldäische Patriarch die Schwäche der zentralen Autoritäten und die Nichtbesetzung mehrerer Bischofsämter und die anhaltende Unsicherheit im Irak beklagt, “die sich auf die Identität und die Spiritualität der Priester auswirkt”, wodurch eine Situation entstehe „die so nicht anhalten darf“ (vgl. Fides 8/7/2013). Das Priesteramt, so der Patriarch in seinem Schreiben “ist eine Berufung und kein Beruf oder gar ein Business”.
(GV) (Fides 4/4/2016).


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