AMERIKA/URUGUAY - “Säkulare“ Staatsform zur Einschränkung der Präsenz der katholischen Kirche missbraucht

Mittwoch, 30 März 2016 religionsfreiheit   bischöfe   demokratie   menschenrechte  

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Canelones (Fides) – Bischof Alberto Sanguinetti von Canelones "bittet um mehr Sorgfalt im Umgang mit dem Begriff der ‘säkularen’ Staatsform” und um “mehr Respekt für die Religionsfreiheit”. Damit bezog er sich auf jüngste Stellungnahmen der Behörden zu der von der Erzdiözese Montevideo beantragten Genehmigung für die Errichtung einer Madonnenstatue an einer der Hauptstraßen der Stadt. Der Begriff ‚säkular’ werden in Uruguay besonders dann benutzt, wenn man die Präsenz der katholischen Kirche im Land einschränken wolle.
Der Bischof von Canelones betont in einer von der Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung, dass “von säkularer Staatsform insbesondere dann gesprochen wird, wenn eine Neutralität des Staates gegenüber den Religionen gemeint ist, um die freie Ausübung des Kultes und der Religionsfreiheit zu ermöglichen“. „Andernfalls ist mit der säkularen Staatsform eine von der Religion unabhängige Position des Staates gemeint“, so der Bischof weiter.
“In Uruguay wird der Begriff ‘säkulare Staatsform’ als Waffe zum Ausschluss der Religion aus dem öffentlichen Leben benutzt. Doch wenn ein religiöses Symbol die Freiheit der anderen einschränkt, dann gilt dies nicht für Symbole des Freimaurertums, die wir auf dem Platz der Verfassung oder auf den zentralen Plätzen sehen. In diesem Fall wird die säkulare Staatsform von einigen Gruppen gegen eine Religion benutzt, der viele Bürger des Landes angehören, die katholische Religion, und dazu, die Präsenz dieser Kirche im Land einzuschränken”, so der Bischof abschließend.
Auch der Erzbischof von Montevideo, Kardinal Daniel Sturla, bedauert die ablehnende Haltung der Behörden: “Montevideo solle eine der wenigen Hauptstädte in Lateinamerika sein, die keine öffentliche Marienstatue haben, wie es sie in fast allen Städten Lateinamerikas gibt”, so der Kardinal. "Die große Errungenschaft einer demokratischen Gesellschaft besteht darin, dass jeder, ohne den anderen zu beleidigen, öffentlich demonstrieren darf und dies ist ein Zeichen der Pluralität“.
(CE) (Fides, 30/03/2016)


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