ASIEN/PAKISTAN - Anschläge auf christliche Kirchen in Lahore: „Kein Täter wurde bisher zur Rechenschaft gezogen“

Mittwoch, 16 März 2016 märtyrer   verfolgung   islam   terrorismus   ortskirchen   gerechtigkeit  

Paolo Affatato

Lahore (Fides) – Ein Jahr nach den Sprengstoffanschlägen auf eine katholische und eine anglikanische Kirche in Lahore am 15. März 2015 fordern Organisationen der Zivilgesellschaft und der Kirchen eine Beschleunigung der Ermittlungen zu den Anschlägen, bei denen 21 Menschen starben und 80 verletzt wurden.
Die Organisation “Christian Solidarity Worldwide” (CSW) beklagt, dass “die Regierung der Provinz Punjab zwar 100 christliche Verdächtige im Zusammenhang mit den Lynchmorden festgenommen hat”, bei denen zwei mutmaßliche Terroristen von einer aufgebrachten Menschenmenge getötet wurden, eine solche Sorgfalt bei der Verfolgung der Täter nicht festgestellt werden kann. “Die Polizei hat Razzien in Youhanabad durchgeführt und hält immer noch Unschuldige fest”, so CSW, doch bis zum ersten Jahrestag der Anschläge auf die Kirchen “wurde noch kein mutmaßlicher Täter für diese Verbrechen zur Rechenschaft gezogen”.
“Religiöse Minderheiten in Pakistan”, so CSW, “sehen sich mit einer diffusen sozialen und institutionellen Diskriminierung oder sogar mit ausdrücklichen Drohungen und Gewalt konfrontiert, die sich aus religiösen Vorbehalten und Aufrufen einflussreicher Religionsführer zur Gewalt gegen nichtmuslimische Minderheiten speisen”.
Deshalb fordert die Organisation die pakistanische Regierung zur Umsetzung der vom Obersten Gerichtshof im Jahr 2014 ausgesprochenen Empfehlungen zum Schutz religiöser Minderheiten und zur Förderung religiöser Toleranz auf.
(PA) (Fides 16/3/2016)


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