ASIEN/SYRIEN - Syrisch-orthodoxer Patriarch: “Flüchtlinge aus Ostkirchen haben ihre eigene Identität im Gepäck”

Freitag, 11 März 2016

ancawa.com

Damaskus(Fides) – Der kulturelle Hintergrund vor dem die Christen im Nahen Osten aufwuchsen, “unterscheidet sich zweifelsohne von dem der Christen im Westen. Dieser Unterschied wird auch dadurch deutlich, dass die Integration für die Flüchtlinge in den westlichen Gesellschaften nicht immer einfach ist”. Wenn man das berücksichtigt, dann sollte man den Christen aus dem Nahen Osten erlauben, dass sie bei der Auswanderung ihre eigene Identität als Christen der Ostkirchen beibehalten, so dass sie nicht beim Zusammenstoß mit der westlichen Kultur verloren geht. Dies betont der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aprhrem II. in einem Hirtenbrief zur Fastenzeit.
“Wir” so der Patriarch “müssen uns auch darum bemühen, wie wir die verschiedenen Aspekte unserer Kultur mit der in westlichen Gesellschaften vorherrschenden Kultur vereinbaren können, ohne uns dabei vom westlichen Atheismus oder Säkularismus anstecken zu lassen, die mit unseren christlichen Werten in Konflikt geraten”.
Mar Ignatius Aphrem II. befasst sich in seinem Hirtenbrief auch mit den Mechanismen, die angesichts der Flüchtlingsströme zu einer Fremdenfeindlichkeit in westlichen Ländern führen. Politische Führungskräfte, so der Patriarch, „haben Gesetze geändert um die Einwanderung zu organisieren und zu kontrollieren. Dies tun sie, weil die Flüchtlingsfrage zu einem Instrument geworden ist, mit der man Druck auf Länder ausüben will, in denen Flüchtlinge ankommen. Es gibt Flüchtlinge, die in den Ländern, die sie aufnehmen Probleme verursachen und dies wird dazu benutzt, um nationalen Fanatismus und Fremdenfeindlichkeit zu schüren. Die Flüchtlingsfrage wird zu politischen Zwecken manipuliert und in ein Druckmittel verwandelt und dabei vergisst man den humanitären Aspekt des Problems und die Notwendigkeit, Flüchtlinge als bedürftige Menschen zu betrachten, die Zuwendung und Aufnahme brauchen”.
Abschließend beklagt der syrisch-orthodoxe Patriarch insbesondere auch “Misshandlung und Diskriminierung” von Flüchtlingen” und betont: “Ich weiß von Fällen religiöser Verfolgung in Flüchtlingsaufnahmezentren in Europa”.
(GV) (Fides 11/3/2016)


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