AMERIKA/CHILE - Überlastung von Haftanstalten behindert Rehabilitierung

Donnerstag, 10 März 2016 ortskirchen   gewalt   frauen   politik  

Santiago (Fides) – Etwa 60 Insassen des Frauengefängnisses "Cortile Mandela" in San Joaquin durften dem Weihbischof der Erzdiözeses Santiago de Chile, Jorge Concha Cayuqueo, OFM, vor einem gemeinsamen Gottesdienst und einem anschließenden gemeinsamen Frühstick anlässlich des Weltfrauentags am vergangenen 8. März einige Fragen stellen. Der Bischof besuchte auch verschieden Räumlichkeiten der Vollzugsanstalt, in denen die Rehabilitierungsprogramme für inhaftierte Frauen stattfinden, denen dort auch psychologische Begleitung angeboten wird.
Für Bischof Concha "sind die psychologische Begleitung und die Ausbildung, die die menschlichen Qualitäten fördern von grundlegender Bedeutung. Was wir als Kirche in Santiago anbieten können, ist vor allem die Vermittlung eines Bewusstseins für Reue”, so der Bischof. Zu der Überlastung der Gefängnisse des Landes betont der Bischof: "Die Situation ist sehr komplex und hängt auch von den zur Verfügung stehenden Ressourcen ab. Doch die Überlastung beeinträchtigt die Hauptziele der Vollzugsanstalten, nämlich die Zurückführung in die Gesellschaft und die Rehabilitation".
In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren nur 3% der Inhaftierten Frauen, nach 2000 waren es 7,7% und nach 2008 stieg der Anteil auf 10.3%. In der Vollzugsantalt in Santiago sind 455 aller weiblichen Insassen von Gefängnissen inhaftiert: derzeit leben dort 1.400 Frauen in einer Einrichtung, die für 850 ausgelegt ist.
(CE) (Fides, 10/03/2016)


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